München

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt München
München
Deutschlandkarte, Position der Stadt München hervorgehoben

Koordinaten: 48° 8′ N, 11° 35′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Höhe: 519 m ü. NHN
Fläche: 310,7 km2
Einwohner: 1.488.202 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 4790 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 80331–81929, 85540[A 1]
Vorwahl: 089
Kfz-Kennzeichen: M
Gemeindeschlüssel: 09 1 62 000
Stadtgliederung: 25 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marienplatz 8
80331 München
Website: muenchen.de
Oberbürgermeister: Dieter Reiter (SPD)
Lage der Landeshauptstadt München im Freistaat Bayern und im Regierungsbezirk Oberbayern
Weiden in der OberpfalzStraubingWürzburgSchwabachSchweinfurtRegensburgRosenheimNürnbergNürnbergPassauLandshutMemmingenKaufbeurenKempten (Allgäu)IngolstadtFürthHofErlangenCoburgBayreuthBambergAugsburgMünchenAschaffenburgAmbergAnsbachLandkreis WürzburgLandkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis UnterallgäuLandkreis TraunsteinLandkreis TirschenreuthLandkreis Straubing-BogenLandkreis StarnbergLandkreis SchweinfurtLandkreis SchwandorfLandkreis Rottal-InnLandkreis RothLandkreis RosenheimLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis RegensburgLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis RegenLandkreis PassauLandkreis OstallgäuLandkreis OberallgäuLandkreis Nürnberger LandLandkreis Neu-UlmLandkreis Neustadt an der WaldnaabLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis MünchenLandkreis Mühldorf am InnLandkreis MiltenbergLandkreis MiesbachLandkreis Main-SpessartLandkreis Lindau (Bodensee)Landkreis LichtenfelsLandkreis LandshutLandkreis Landsberg am LechLandkreis KulmbachLandkreis KronachLandkreis KitzingenLandkreis KelheimLandkreis HofLandkreis HaßbergeLandkreis GünzburgLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis FürthLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Freyung-GrafenauLandkreis FreisingLandkreis ForchheimLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis ErdingLandkreis EichstättLandkreis EbersbergLandkreis Donau-RiesLandkreis Dingolfing-LandauLandkreis Dillingen an der DonauLandkreis DeggendorfLandkreis DachauLandkreis CoburgLandkreis ChamLandkreis Berchtesgadener LandLandkreis BayreuthLandkreis BambergLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis Bad KissingenLandkreis AugsburgLandkreis AschaffenburgLandkreis AnsbachLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis AltöttingLandkreis Aichach-FriedbergBodenseeSchweizÖsterreichBaden-WürttembergHessenTschechienSachsenThüringenKarte
Über dieses Bild
Offizielles Logo der bayerischen Landeshauptstadt München
Alpenkulisse hinter München (Sicht vom Olympiapark)
Luftbild des Münchner Zentrums (Blick nach Osten)

München (hochdeutsch Zum Anhören bitte klicken!Abspielen [ˈmʏnçn̩] oder [ˈmʏnçən];[2] bairisch Audio-Datei / Hörbeispiel Minga?/i [ˈmɪŋ(ː)ɐ]) ist die Landeshauptstadt des Freistaates Bayern.[3] Sie ist mit 1.488.202 Einwohnern (31. Dezember 2020) die bevölkerungsreichste Stadt Bayerns, die drittgrößte Gemeinde Deutschlands und mit 4790 Einwohnern pro Quadratkilometer die am dichtesten bevölkerte Gemeinde Deutschlands. Die Stadt bildet das Zentrum der Metropolregion München (rund 6,12 Millionen Einwohner)[4] und der Planungsregion München (2,93 Millionen Einwohner).[5]

München wird zu den Weltstädten gezählt und gilt als ein Zentrum der Kultur, Politik, Wissenschaften und Medien.[6] Es ist Sitz zahlreicher Konzerne, darunter sechs DAX-Unternehmen (Allianz, BMW, Münchener Rück, Siemens, MTU und Siemens Energy). Hier befindet sich die einzige Börse Bayerns. In der Städteplatzierung des Beratungsunternehmens Mercer belegte München im Jahr 2018 unter 231 Großstädten weltweit den dritten Platz hinsichtlich der Lebensqualität.[7] Laut dem Magazin Monocle war es 2018 die lebenswerteste Stadt der Welt.[8] Andererseits wird die Lebensqualität der Bewohner zunehmend durch Agglomerationsnachteile wie Verkehrs- und Umweltbelastung eingeschränkt. Auch liegt aufgrund der sehr hohen Wohneigentumspreise und Immobiliarmieten[9][10] die Wohnfläche pro Einwohner in einigen Stadtvierteln weit unter dem Bundesdurchschnitt.[11] München gilt mit 6.469 Straftaten pro 100.000 Einwohnern im Jahr 2019 als sicherste Kommune unter den deutschen Großstädten über 100.000 Einwohnern hinsichtlich der Kriminalitätsrate aller Straftaten.[12][13]

München wurde 1158 erstmals urkundlich erwähnt.[14] Die Stadt wurde 1255 bayerischer Herzogssitz und war ab 1314 königliche, von 1328 bis 1347 kaiserliche Residenzstadt. 1506 wurde München alleinige Hauptstadt Bayerns. München ist Sitz zahlreicher nationaler und internationaler Behörden sowie wichtiger Universitäten und Hochschulen, bedeutender Museen und Theater. Durch eine große Anzahl sehenswerter Bauten samt geschützten Baudenkmälern und Ensembles, internationaler Sportveranstaltungen, Messen und Kongresse sowie das weltbekannte Oktoberfest ist die Stadt ein Anziehungspunkt für den internationalen Tourismus. Verwaltungsrechtlich ist München eine kreisfreie Stadt. Die Stadt ist Sitz des Bayerischen Landtages, der Bayerischen Staatsregierung, Verwaltungssitz des die Stadt umgebenden Landkreises München mit dessen Landratsamt sowie des bayerischen Bezirks Oberbayern und des Regierungsbezirks Oberbayern. Zudem ist München Sitz mehrerer Landesbehörden und einiger Bundesbehörden und -gerichte.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung Münchens (munichen) im Augsburger Schied

Der Name München wird üblicherweise als „bei den Mönchen“ gedeutet. Erstmals erwähnt wird der Name als forum apud Munichen im Augsburger Schied vom 14. Juni 1158 von Kaiser Friedrich I.[15][16] Munichen ist der Dativ Plural von althochdeutsch munih bzw. mittelhochdeutsch mün(e)ch, dem Vorläufer von neuhochdeutsch Mönch.

Vor der Gründung der Stadt soll es hier eine Niederlassung von Mönchen gegeben haben. Dass diese, wie vielfach behauptet, auf dem Petersbergl lag, konnte bislang durch archäologische Funde nicht bestätigt werden. Nach einer anderen Hypothese lag die namensgebende Mönchsniederlassung (Klosterhof Schäftlarn) an der Stelle der heutigen Michaelskirche.[17] Eine früher angenommene Verbindung zum Kloster Tegernsee gilt seit einiger Zeit als widerlegt.[18]

Es ist nicht sicher, ob bei der Gründung Münchens eine Mönchssiedlung bestand. Weiterhin ist es möglich, dass munichen bereits damals eine feststehende Ortsbezeichnung darstellte, die schon ihrerseits auf eine frühere, nicht mehr bestehende Mönchssiedlung zurückging. Vereinzelt wurde auch bezweifelt, dass der Name munichen überhaupt auf eine Mönchssiedlung hinweist.[19]

Der mittellateinische Name der Stadt ist Monacum, Adjektiv monacensis; auch Monachia bzw. Monachium sind bezeugt.[20]

München hat in anderen Sprachen unterschiedliche Bezeichnungen: So heißt die Stadt auf Französisch und Englisch Munich (in jeweils verschiedener Aussprache), auf Spanisch Múnich, auf Portugiesisch Munique, im Italienischen Monaco (di Baviera) („di Baviera“ zur Unterscheidung von Monaco im gleichnamigen Fürstentum), im Tschechischen Mnichov und im Polnischen Monachium.[A 2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Satellitenfoto der Region München

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Alpenvorland zwischen Kalkalpen und Donau, in dem sich auch München befindet, liegt auf einem tiefen Senkungsbecken, das seit Millionen von Jahren hauptsächlich aus Abtragungen der Alpen aufgefüllt wird. Im Tertiär wurden dort überwiegend Sand- und Geröllmassen durch Flüsse aus den Alpen abgelagert. Während der nachfolgenden Eiszeiten, deren letzte vor etwa 10.000 Jahren endete, bildeten sich im Alpenbereich große Gletscher- und Schmelzwasserströme, die im Voralpenland Moränenhügel und Schotterebenen zurückließen. Die 55 km breite Münchner Schotterebene, die an den Endmoränen des Isarvorlandgletschers ansetzt, ist eine schiefe Ebene mit einem Höhenunterschied von 300 Metern zwischen Holzkirchen im Süden und Moosburg im Norden, deren Oberflächenformen in erster Linie durch den würmeiszeitlichen Schotter gebildet werden. Im Süden der Ebene sind die Flüsse, insbesondere die Isar, tief eingeschnitten. Auf diesen Schotterböden findet man wie im Süden von München vermehrt Wälder, wie den Perlacher Forst und den Forstenrieder Park, auch weil der Grundwasserspiegel hier relativ tief liegt. Im Norden der Stadt dagegen, wo sich der Grundwasserspiegel nahe der Oberfläche befindet, liegen große Niedermoore, wie das Dachauer Moos im Nordwesten und das Erdinger Moos im Nordosten. Siehe auch: Münchner Grüngürtel.

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die durchschnittliche Höhe beträgt 519 m ü. NN.[21] Die höchste Stelle Münchens liegt an der äußersten südlichen Stadtgrenze im Stadtteil Solln. Sie befindet sich etwa 600 Meter südlich des Gutshofes Warnberg (etwa 579 m ü. NHN) direkt südlich zweier am Waldrand des Forstenrieder Parks gelegenen Fußballplätze auf 580,5 m ü. NHN.[22][A 3]

Der tiefste Punkt liegt nahe der äußersten nördlichen Stadtgrenze im Stadtteil Feldmoching an der östlich vom Naturschutz- und Waldgebiet Schwarzhölzl gelegenen Regattastrecke Oberschleißheim, die sich auf rund 480 m ü. NHN[22] befindet. Somit ergibt sich im Stadtgebiet ein Höhenunterschied von etwa 100 Metern.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleine Isar in München am Müllerschen Volksbad
Der Olympiasee im Olympiapark

Die Isar durchfließt das Stadtgebiet auf einer Länge von 13,7 km von Südwest nach Nordost, parallel dazu läuft bis Sendling der Isar-Werkkanal. In der Isar liegen die Museumsinsel mit dem Deutschen Museum und in unmittelbarer Nähe flussabwärts die Praterinsel. In den südlichen Stadtteilen ist die Isar stark in die Schotterebene eingeschnitten, mit Steilkanten auf beiden Seiten. Der tiefer gelegene Stadtteil Thalkirchen befindet sich dort, wo sich die linke Geländestufe von der Isar entfernt. Die Stufe ist in Sendling[A 4] und an der Westseite der Theresienwiese noch deutlicher erkennbar. Am rechten Isarufer liegen der Tierpark und der Stadtteil Au unterhalb der Geländestufe, die sich in Innenstadtnähe wieder dem Fluss nähert (Gasteig = gacher [steiler] Steig; städtebaulich prominente Rampen am Maximilianeum und am Friedensengel), bevor sich im nördlichen Stadtteil Oberföhring der Höhenunterschied allmählich verliert.

Weitere Fließgewässer sind die Würm, die aus dem Starnberger See kommend den Westen Münchens durchfließt, der Hachinger Bach, der im Südosten bei Perlach in das Stadtgebiet eintritt und nördlich von Neuperlach unterirdisch weitergeführt wird, sowie etliche von der Isar abzweigende Stadtbäche wie der Eisbach und der Auer Mühlbach.

Seen im Münchner Stadtgebiet sind unter anderen der Kleinhesseloher See im Englischen Garten, der Badenburger See und der Pagodenburger See im Nymphenburger Park, der Olympiasee, der Nadisee, der Schwabinger See, die Dreiseenplatte mit Lerchenauer, Fasanerie- und Feldmochinger See im Norden sowie im Westen der Langwieder See und der Lußsee, die zur Langwieder Seenplatte gehören. Im Süden liegt in der Nähe des linken Isarufers der Hinterbrühler See. In jüngster Zeit entstand im Osten der Riemer See.

Ausdehnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtfläche Münchens beträgt 310,7191 Quadratkilometer. Davon entfallen 44,6 Prozent auf Gebäude und zugehörige Freiflächen, 17,0 Prozent auf Verkehrsflächen, 14,7 Prozent auf Landwirtschaftsflächen, 15,7 Prozent auf Erholungsflächen, 4,4 Prozent auf Waldflächen und 1,5 Prozent auf Wasserflächen. Neben den Gebäuden zugeordneten Flächen hat sich seit 2007 auch der Anteil der Erholungsflächen, Wald- und Wasserflächen erhöht, die der Verkehrs- und Landwirtschaftsflächen verringert. Die Änderungen lagen über diesen Zeitraum jeweils unter einem Prozent, die stärkste absolute Veränderung (0,8 Prozent der Stadtfläche) betraf die Landwirtschaft. Die relative Zunahme der Wasserflächen um etwa 14 Prozent war hingegen am größten (Stand: 31. Dezember 2019).[23] Die Grenze der Stadt umfasst 118,9 Kilometer. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt von Nord nach Süd 20,7 und von Ost nach West 26,9 Kilometer (Stand: 31. Dezember 2007).[14][24]

Panoramabild der Münchner Innenstadt aufgenommen vom Olympiaturm. Unten mitte das neue Stadtquartier am Ackermannbogen, rechts unten ein kleiner Teil des Olympiaparks, links mitte der Luitpoldpark, links oben der Englische Garten.

Vergrößerung durch Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie andere Großstädte vergrößerte sich München wiederholt durch die Eingemeindung umliegender, vormals selbstständiger kleinerer Städte und Gemeinden. In München fanden diese Eingemeindungen zwischen 1853 und 1942 in mehreren Schüben statt. Die wenigen Vergrößerungen des Stadtgebiets vor 1854 erfolgten nicht durch Eingemeindungen, sondern durch echte Erweiterung des Stadtgebiets zulasten von in der Regel nicht besiedeltem Umland. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden keine eigentlichen Eingemeindungen mehr statt, jedoch gab es noch drei Vergrößerungen des Stadtgebiets zulasten von Nachbargemeinden ohne deren Aufhebung (1954, 1962, 1967). Umgekehrt wurde 1951 ein erst 1942 eingemeindeter Teil wieder aus dem Stadtgebiet ausgegliedert.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet ist nicht in Ortsteile im gemeinderechtlichen Sinn unterteilt,[25] sondern – ausschließlich – in Stadtbezirke. Deren Zahl war bis zum Zweiten Weltkrieg auf 41 gestiegen und wurde bei einer Neugliederung 1992 und 1996 auf die heutige Zahl von 25 verringert. Im Alltagsgebrauch beziehen sich die Münchner eher auf die historisch gewachsenen Stadtteile und Quartiere.

Die 25 Stadtbezirke werden für statistische Zwecke in insgesamt 105 Stadtbezirksteile untergliedert. Unterhalb der Gliederungsebene der Stadtbezirksteile gibt es die 475 Stadtbezirksviertel.[26] Diese werden auf der untersten Ebene in Baublöcke gegliedert. Ein Baublock ist dabei ein räumlich zusammenhängender Bereich von Grundstücken, der möglichst allseitig durch Straßen, Wege, Eisenbahnlinien, Wasserläufe oder sonstige markante topografische Linien begrenzt und nicht durchschnitten wird. Die Baublöcke haben keine Namen, und nur die Hälfte der Stadtbezirksviertel (237 von 475) trägt einen Namen.

Zum Stichtag 1. Januar 2011 erfolgte eine Neueinteilung der Stadtbezirksteile und Stadtbezirksviertel.

Altstadt-LehelLudwigsvorstadt-IsarvorstadtMaxvorstadtSchwabing-WestAu-HaidhausenSendlingSendling-WestparkSchwanthalerhöheNeuhausen-NymphenburgMoosachMilbertshofen-Am HartSchwabing-FreimannBogenhausenBerg am LaimTrudering-RiemRamersdorf-PerlachObergiesingUntergiesing-HarlachingThalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-SollnHadernPasing-ObermenzingAubing-Lochhausen-LangwiedAllach-UntermenzingFeldmoching-HasenberglLaimStadtbezirke Lage in München.png
Über dieses Bild
Münchner Bevölkerung in den 25 Stadtbezirken per 31. Dezember 2019[27][28]
Nr. Stadtbezirk Fläche
(km²)
Einwohner Dichte
(Einw./km²)
Ausländer
(%)
01 Altstadt-Lehel 03,15 021.126 06.716 26,0
02 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt 04,40 051.933 11.799 28,3
03 Maxvorstadt 04,30 051.834 12.060 25,6
04 Schwabing-West 04,36 068.935 15.800 22,8
05 Au-Haidhausen 04,22 061.654 14.611 23,5
06 Sendling 03,94 041.256 10.475 27,2
07 Sendling-Westpark 07,81 060.498 07.742 29,5
08 Schwanthalerhöhe 02,07 029.611 14.303 32,6
09 Neuhausen-Nymphenburg 12,91 100.213 07.760 24,9
10 Moosach 11,09 054.872 04.946 32,2
11 Milbertshofen-Am Hart 13,42 076.559 05.706 41,3
12 Schwabing-Freimann 25,67 078.657 03.064 29,6
13 Bogenhausen 23,71 090.025 03.797 24,9
14 Berg am Laim 06,31 047.000 07.443 32,7
15 Trudering-Riem 22,45 073.479 03.273 23,4
16 Ramersdorf-Perlach 19,90 117.918 05.927 34,4
17 Obergiesing-Fasangarten 05,72 054.498 09.527 31,3
18 Untergiesing-Harlaching 08,06 053.243 06.609 24,2
19 Thalkirchen-Obersendling-
Forstenried-Fürstenried-Solln
17,76 097.689 05.500 27,8
20 Hadern 09,22 050.165 05.439 28,0
21 Pasing-Obermenzing 16,50 076.348 04.628 23,9
22 Aubing-Lochhausen-Langwied 34,06 049.072 01.441 29,5
23 Allach-Untermenzing 15,45 034.277 02.218 25,1
24 Feldmoching-Hasenbergl 28,94 062.069 02.145 32,8
25 Laim 05,29 057.111 10.804 29,0
Landeshauptstadt München 310,710 1.560.0420. 05.021 28,5

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Städte, Gemeinden und gemeindefreien Gebiete grenzen an die Stadt München (Auflistung nach dem Uhrzeigersinn, beginnend im Norden):

Oberschleißheim, Garching bei München, Ismaning, Unterföhring, Aschheim, Feldkirchen, Haar, Putzbrunn, Neubiberg, Unterhaching, Perlacher Forst (gemeindefreies Gebiet), Grünwald, Pullach im Isartal, Forstenrieder Park (gemeindefreies Gebiet), Neuried, Planegg, Gräfelfing
Germering, Puchheim, Gröbenzell, Olching
Karlsfeld, Bergkirchen

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt München liegt im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen Seeklima und dem trockenen Kontinentalklima, es herrscht kühlgemäßigtes Klima (Grenze Cfb/Dfb). Die Winter sind vergleichsweise kalt, jedoch sind Temperaturen unter −20 Grad Celsius selten. Hingegen sind die Sommer ebenso vergleichsweise warm mit Temperaturen von 20 bis 35 Grad Celsius, was München, abgesehen von den Regionen im Rheingraben, zu einer der im Sommer wärmsten deutschen Regionen macht. Weitere wesentliche wetterbestimmende Faktoren sind die Alpen als mitteleuropäische und die Donau als regionale Wetterscheide. Aufgrund dieser Konstellation ist das Wetter relativ wechselhaft. An durchschnittlich zehn Tagen im Jahr herrscht der Föhn, ein warmer, trockener Fallwind vom Alpenhauptkamm, der so gute Fernsicht bewirkt, dass vom Stadtgebiet die Bayerischen Alpen deutlich zu sehen sind. Häufiger kommt es zu sogenannten „föhnigen Effekten“, die sich durch Föhneffekte in schwächerer Form bemerkbar machen.[29]

Die bisher höchste, offiziell vom Deutschen Wetterdienst gemessene Temperatur in der offiziellen DWD-Wetterstation München-Stadt war 37,5 Grad Celsius vom 27. Juli 1983. Der Kälterekord liegt bei −31,6 Grad Celsius, gemessen im Botanischen Garten am 12. Februar 1929. Die Jahresmitteltemperaturen betrugen im Referenzzeitraum 1961–1990 zwischen 7,8 °C in Riem und 9,1 °C in der Innenstadt; sie stiegen an der Stadtstation bis auf 9,7 °C in der Klimaperiode 1981–2010. München wurde aufgrund seiner Lage innerhalb Oberbayerns, die zu den gewitterreichsten Regionen des Freistaates sowie ganz Deutschlands zählt, schon des Öfteren von heftigen Unwettern heimgesucht. Bemerkenswert ist insbesondere das Hagelunwetter vom 12. Juli 1984, bei dem Schäden in Höhe von 3 Milliarden DM entstanden. München ist durch die Nähe zu den Alpen die schneereichste Großstadt Deutschlands.

Eine Auswertung der Wetterstatistiken hat ergeben, dass der südliche Teil der Stadt am sonnigsten ist. Im nördlichen Teil tritt relativ häufig Nebel auf. Die Westhälfte ist niederschlagsärmer als der Osten der Stadt. Dies ist grundsätzlich auch eine Folge der Höhenunterschiede innerhalb der Stadt, die ein entsprechendes Kleinklima generieren, begünstigt durch die Trennung der Stadt in Ost und West durch die Isar.

München
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
71
 
5
-2
 
 
67
 
8
0
 
 
43
 
11
2
 
 
52
 
16
6
 
 
137
 
20
9
 
 
101
 
24
14
 
 
103
 
26
15
 
 
113
 
26
15
 
 
83
 
21
11
 
 
65
 
15
7
 
 
53
 
9
3
 
 
45
 
7
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: DWD, Daten: 2015–2020[30]; wetterkontor.de, Daten: überwiegend 1961–1990[31]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für München
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,7 7,5 10,8 16,2 19,5 24,4 26,2 26,2 20,5 15,3 9,2 6,8 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) −1,6 0,1 2,2 5,5 9,3 13,8 15,2 14,9 10,5 6,6 2,7 0,4 Ø 6,7
Temperatur (°C) 1,5 3,8 6,5 10,8 14,4 19,1 20,7 20,5 15,5 10,9 5,9 3,6 Ø 11,1
Niederschlag (mm) 71 67 43 52 137 101 103 113 83 65 53 45 Σ 933
Sonnenstunden (h/d) 2,0 2,7 4,1 5,1 6,4 6,8 7,6 6,9 5,6 4,2 2,2 1,6 Ø 4,6
Regentage (d) 17 13 14 12 16 14 15 13 14 14 14 14 Σ 170
Luftfeuchtigkeit (%) 83 83 77 72 73 73 73 75 78 82 86 86 Ø 78,4
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,7
−1,6
7,5
0,1
10,8
2,2
16,2
5,5
19,5
9,3
24,4
13,8
26,2
15,2
26,2
14,9
20,5
10,5
15,3
6,6
9,2
2,7
6,8
0,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
71
67
43
52
137
101
103
113
83
65
53
45
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD, Daten: 2015–2020[30]; wetterkontor.de, Daten: überwiegend 1961–1990[31]

Klimawandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In München lässt sich der allgemeine Trend der Temperaturerwärmung um etwa ein Grad Celsius der mittleren Jahrestemperatur in Deutschland während der letzten 120 Jahre ebenfalls beobachten. Im November 2016 beschloss die Vollversammlung des Stadtrats, dass ein Anstieg der Durchschnittstemperatur, eine Zunahme der Hitzeextrema, eine Zunahme der Anzahl der heißen Tage und der Nächte mit einer Temperatur von über 20 Grad Celsius (Tropennächte), eine Veränderung der Niederschlagsmuster sowie die Zunahme von lokalen Starkregenereignissen zu den zu erwartenden Klimaveränderungen gehören.[32] Auf diesem Hintergrund hat die Stadtverwaltung über das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) eine Studie angestoßen, die in diesem Zusammenhang lokale Wetterdaten ermitteln soll. Die Daten sollen in die Gestaltung eines Maßnahmenkonzeptes zur Anpassung an den Klimawandel in der Landeshauptstadt München und des Integrierten Handlungsprogramms Klimaschutz in München (IHKM) einfließen, die unter anderem Entscheidungen zu Fragen der Siedlungsstruktur und -dichte, der Bebauung und Begrünung oder zu einem gut funktionierenden Luftaustausch in der Großstadt steuern soll.[33]

Im Dezember 2019 hat der Münchner Stadtrat den Klimanotstand für München beschlossen und gleichzeitig die Stadtverwaltung beauftragt, einen Handlungsplan zu erarbeiten, wie das Ziel der Klimaneutralität der Stadt München 2035 erreicht werden kann. Entgegen dem Klimanotstand in München haben die Mitglieder des Sozialausschusses, die Mitglieder des Stiftungsrates der Heiliggeistspital-Stiftung sind, am 20. Mai 2021 für weitere Waldrodungen im Forst Kasten gestimmt.[34] Im Mai 2021 protestierten Menschen für den Forst Kasten. Dabei wurde eine Mahnwache sowie wiederholte Male Baumhäuser errichtet und von der Polizei geräumt.[35]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

München weist sowohl über das Stadtgebiet verteilt, als auch angrenzend eine Reihe von Natur- und Landschaftsschutzgebieten auf. Zudem gibt es das Geotop Aubinger Lohe (Nr. 162R001).

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In München gibt es vier Naturschutzgebiete:

Landschaftsschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In München gibt es 20 Landschaftsschutzgebiete , beispielsweise:

Siehe auch die Listen der Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und FFH-Gebiete in der Stadt München bzw. Münchner Grüngürtel.

Umweltschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gesetzlich erlaubte Grenzwert von 40 μg/m³ für die Luftverschmutzung durch das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid (NO2) wird in München deutlich überschritten. Hauptverursacher der Stickstoffdioxid-Belastung sind Kraftfahrzeuge, und hiervon insbesondere Dieselfahrzeuge. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat den Freistaat Bayern im Oktober 2012 rechtskräftig zur Überarbeitung des Luftreinhalteplans verpflichtet,[36] Seit 2011 konnte der Wert von 85 μg/m³ bis auf 78 μg/m³ im Jahr 2017 reduziert werden.[37] Damit bleibt der Wert auf hohem Niveau. München wurde 2017 erstmals die Stadt mit der höchsten Stickstoffdioxid-Belastung in Deutschland.[38] Im Jahr 2018 war München immer noch die Stadt mit der bundesweit dritthöchsten Stickstoffdioxid-Belastung.[39]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flora und auch Fauna Münchens gehören der Region der Holarktis an. Das Gebiet der Stadt wäre von Natur aus hauptsächlich von Wäldern bedeckt, wobei buchendominierte Mischwälder vorherrschen würden. Etwa ein Viertel der historisch belegten heimischen Pflanzenarten ist heute allerdings bereits ausgestorben. Aktuell wurden von der Flora München Gruppe noch 1631 Spezies erfasst, von denen jedoch rund 25 Prozent Neubürger sind und im Stadtgebiet ursprünglich nicht vorkamen. Besonders gut erfasst und artenreich ist der Nymphenburger Park, hier liegt mit 662 Arten die bisher höchste Artenzahl pro Rasterfeld. Insgesamt wurden im Stadtgebiet Münchens insgesamt 2034 Pflanzenarten dokumentiert, davon sind 1182 Arten einheimische. Mittlerweile ist die Anzahl jedoch wieder in der Zunahme begriffen. Auch der Klimawandel verändert die Flora der Stadt.

In München schützt eine Baumschutzverordnung Bäume, die einen Stammumfang von 80 cm und mehr haben (in 1 m über dem Boden gemessen). In Landschaftsschutzgebieten schützt eine Landschaftsschutzverordnung dagegen alle Gehölze.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bayerische Zwergdeckelschnecke kommt nur in München vor. Entdeckt wurde die Art in den 1980er Jahren.[40]

Die sogenannten Stadttauben spalten durch die durch sie verursachte Verschmutzung die Stadtgesellschaft. Mit einem umfassenden Konzept aus Öffentlichkeitsarbeit über Beratung bis hin zur Einrichtung von Taubenhäusern versucht die Landeshauptstadt München zur Aussöhnung beizutragen.[41]

Ratten und Mäuse sind laut dem städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt als Kulturfolger des Menschen im ganzen Stadtgebiet verbreitet. Die Nager siedeln sich bevorzugt dort an wo Menschen leben und wo sich Nahrung finden lässt, beispielsweise auch in den Freizeit- und Erholungsflächen der Innenstadt.[42]

Die Anzahl der in München gemeldeten Hunde befindet sich im Anstieg und betrug zum 31. Dezember 2017 36.347 Tiere, davon waren 35.948 als Haustiere versteuert.[43]

Der Klimawandel brachte München auch der Fauna der Stadt Zuzügler, die sich gewöhnlich nur bei tropischen Temperaturen im Mittelmeerraum wohl fühlen. Andere Tierarten wiederum leiden unter dem milderen Wintern und der andauernden Trockenheit.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung Münchens von 1871 bis März 2017

1852 überschritt die Einwohnerzahl die Grenze von 100.000, wodurch München zur Großstadt wurde. Danach stieg durch Bevölkerungszuwachs und Eingemeindung von vorher eigenständigen Siedlungen die Einwohnerzahl stark an, so dass 1883 in München bereits 250.000 Menschen lebten. Bis 1901 verdoppelte sich die Einwohnerzahl dann auf etwa 500.000. Damit war München nach Berlin und Hamburg die drittgrößte Stadt im Deutschen Reich geworden. 1933 stieg die Bevölkerungszahl auf 840.000 und 1957 auf über eine Million. Einen ersten Höhepunkt in der Einwohnerzahl gab es im olympischen Jahr mit 1.338.924 am 31. Dezember 1972.

Ab 1973 stieg und sank die Einwohnerzahl kontinuierlich. Der Tiefpunkt war 1998 mit einer gemeldeten Bevölkerungszahl von 1.188.897 erreicht. Jedoch hat sich etwa ab dem Jahr 2000 ein stabiler Aufwärtstrend etabliert. Im Mai 2015 wurde nach eigener, von der des Bayerischen Statistischen Landesamtes abweichender Schätzung, erstmals die 1,5-Millionen-Grenze überschritten. Nachträglich wurde ein am 8. Mai geborenes Kind durch Los als eineinhalbmillionster Münchner bestimmt.[44] Am 30. September 2016 hatten nach eigener Schätzung 1.537.987 Einwohner ihren Hauptwohnsitz in München.[45]

Mit 4790 Einwohnern je Quadratkilometer am 31. Dezember 2020 verzeichnet München heute die höchste Bevölkerungsdichte aller deutschen Gemeinden.

In der Planungsregion München lebten am 31. Dezember 2019 ca. 2,93 Millionen[5] Menschen, in der Metropolregion München (d. h. Oberbayern und Teile der Regierungsbezirke Niederbayern und Schwaben) 6,12 Millionen[4] Einwohner.

München ist eine der wenigen deutschen Städte, in denen die Zahl der Neugeborenen die der Gestorbenen übersteigt. In den letzten Jahren wuchs die Zahl der Neugeborenen sehr stark an. Im Jahr 2009 wurden so viele Kinder in München geboren wie seit 1969 nicht mehr.[46][47] Hinzu kommt eine starke Zuwanderung aus dem In- und Ausland.

Im Jahre 2013 wurden 125.346 Neuanmeldungen von Zuzüglern im Kreisverwaltungsreferat München verzeichnet.[48] Im Jahre 2016 kamen in München 18.107 Neugeborene zur Welt. Das sind fast 1000 mehr als im Jahr davor und ein neuer Rekord.[49]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die kreisfreie Stadt von 1.211.617 auf 1.471.508 um 259.891 Einwohner bzw. um 21,5 Prozent.

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

München verzeichnete im Mai 2015 einen Ausländeranteil (registrierte Einwohner ohne deutsche Staatsangehörigkeit) von 26,8 Prozent. Im Mai 2014 betrug der Anteil 25,8 Prozent[50] und im Jahr 2012 lag dieser bei 24,6 Prozent.[51]

Die größten Gruppen der melderechtlich in München registrierten Ausländer (Stand 31. Dezember 2018) kommen aus Kroatien (38.137), der Türkei (37.876), Italien (27.821), Griechenland (26.560), Österreich (21.046), Bosnien und Herzegowina (19.692), Polen (19.101) und Rumänien (17.980).[52]

Laut Zensus 2011 lag der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund (registrierte Einwohner mit deutscher Staatsangehörigkeit und zugleich ausländischer Herkunft) bei 34,3 Prozent (Vergleich: Berlin 28 Prozent[53] und Hamburg 31 Prozent[54]), einem der höchsten Werte unter den deutschen Großstädten.[55]

Die Kaufkraftstudie für 2017 des Marktforschungsinstituts GfK zeigt, dass die Einwohner im Großraum München über Deutschlands höchste Kaufkraft verfügen. Insgesamt können alle Münchner zusammen 43,708 Milliarden Euro jährlich ausgeben. Damit liegt der Stadtkreis München knapp vor Hamburg, obwohl die Hansestadt knapp 340.000 mehr Einwohner zählt. Nur Berlin mit seinen rund zwei Millionen Einwohnern mehr als München verfügt als einzelne Gebietskörperschaft über eine höhere Kaufkraftsumme.[56][57]

In München sind etwa 1000 Menschen von Obdachlosigkeit betroffen und leben auf der Straße.

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Münchner Dialekt gehört der mittelbairischen Mundart an. Durch den starken Zuzug aus anderen Gebieten Deutschlands sowie weil er von Dialektsprechern nicht mehr an die eigenen Kinder weitergegeben wird, ist er inzwischen vom Aussterben bedroht.[58] Wie das Bayerische Kultusministerium im Januar 2001 im Landtag mitteilte, war bereits damals die Mundart der Landeshauptstadt den Einwohnern unter 20 Jahren fremd.[59]

Im Dialekt wird die Stadt Minga genannt; diese Form ist in der Stadtmundart allerdings unüblich geworden, wo sie durch die standarddeutsche Entsprechung verdrängt worden ist, und wird praktisch nur noch im Umland verwendet.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Maximilian vom Alten Peter gesehen
Evangelische Pfarrkirche St. Lukas mit Kabelsteg
Neue Hauptsynagoge am St.-Jakobs-Platz

München ist seit 1817 der Sitz des Erzbistums München und Freising, das in diesem Jahr als Nachfolger des 1803 säkularisierten Fürstbistums Freising gegründet wurde. Zu den ältesten evangelischen Kirchen gehören St. Matthäus und St. Markus. München hat eine jüdische Gemeinde mit etwa 9 700 Mitgliedern, von denen heute die meisten osteuropäischer Herkunft (Ukraine und Russland) sind, sowie eine kleinere liberal-jüdische Gemeinde.

Insgesamt waren im Jahr 2011 3,6 Prozent Mitglieder einer christlich-orthodoxen Kirche und weitere 4,4 Prozent gehörten sonstigen (neben den großen Amtskirchen) in Bayern anerkannten öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften an.[60]

Die 1976 geweihte Kirche Maria Schutz und St. Andreas im Stadtteil Untergiesing ist die Kathedrale der seit 1959 bestehenden Apostolischen Exarchie für katholische Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien. Der Münchner Sitz der Exarchie geht auf die große Zahl ukrainischer Zwangsarbeiter zurück, die während des Zweiten Weltkrieges nach Bayern gebracht worden waren und dort zunächst als Displaced Persons, später teilweise dauerhaft blieben. Im Juni 1945 wurde die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche der Hl. Maria Schutz gegründet. Da die Gemeinde anfangs mehr als 5 000 Mitglieder zählte, wurde im Stadtteil Ludwigsfeld eine zweite den Aposteln Petrus und Paulus gewidmete Kirchengemeinde gegründet, die bis heute existiert.

In der Ungererstraße 131 in Schwabing-Freimann befinden sich das Pfarrgemeindezentrum der griechisch-orthodoxen Gemeinde Münchens und die Allerheiligenkirche. Vom 12. bis 16. Mai 2010 fand der zweite Ökumenische Kirchentag in München statt.

Moschee im Norden des Stadtteils Freimann in der Auensiedlung

Es wird von etwa 100.000 bis 120.000 in München lebenden Muslimen ausgegangen, was sieben bis acht Prozent der Bevölkerung entspricht.[61][62] Im Stadtteil Freimann befindet sich die erste Moschee Bayerns, die 1973 eingeweiht wurde.[63] 2005 wurde die Kontroverse um ein Neubauprojekt für eine Moschee in Sendling auch bundesweit unter dem Schlagwort „Sendlinger Moscheenstreit“ bekannt. Unter der Federführung des Imams Benjamin Idriz sollte in München, zunächst unter dem Namen „Zentrum für Islam in Europa – München“ (Ziem) eine große Moschee samt Kulturzentrum und Ausbildungsstätte für Imame entstehen.[61] Das Projekt firmiert inzwischen unter dem Namen „Münchner Forum für Islam“ (MIF).[64]

Die Zeugen Jehovas sind mit 59 Gemeinden in München vertreten, die 16 Königreichssäle und Saalzentren im Stadtgebiet betreiben. In der Riesstraße in Moosach befindet sich ferner ein Kongresssaal der Zeugen Jehovas, in dem regelmäßig überregionale Treffen stattfinden.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist mit neun Gemeinden und Häusern im Stadtgebiet vertreten. In der Tizianstraße in Neuhausen-Nymphenburg befindet sich ebenfalls die Bayern-Zentrale der Freikirche.[65][66]

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist in München mit vier Gemeinden in zwei Gemeindehäusern vertreten.

Der Verein der Mandäer in Deutschland mit Sitz in München kümmert sich um den Aufbau einer funktionierenden mandäischen Gemeinde.

Der seit einigen Jahrzehnten bestehende Krishna-Tempel in der Wachenheimer Straße in München-Giesing hat sich zu einer bedeutenden Andachtsstätte für etwa 15.000 in München lebende Hindus entwickelt. Dort werden Meditation und hinduistische Festtage wie das Lichterfest Diwali zelebriert.

Stadtheilige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hl. Onophrios, Fresko in Schloss Blutenburg

Der erste Schutzpatron der Stadt war der Hl. Onuphrios, ein syrisch-ägyptischer Einsiedler des 3. Jahrhunderts, dessen Reliquie in Form einer Hirnschale angeblich von Heinrich dem Löwen (1129–1195) von einem Kreuzzug gegen die Wenden nach München gebracht wurde.

Seit 1580 wird der Hl. Benno, der 1066 bis 1106 Bischof von Meißen war, in der römisch-katholischen Kirche als Patron Bayerns und der Stadt München verehrt.[67]

Konfessionsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2020 waren von den 1.562.096 Einwohnern 29,1 Prozent römisch-katholisch, 10,4 Prozent evangelisch und 60,5 Prozent (945.047) gehörten anderen Religionen an oder waren konfessionslos.[68] Ende 2018 waren 30,9 Prozent der Einwohner römisch-katholisch, 11,1 Prozent evangelisch (einschließlich der evangelischen Freikirchen), 0,3 Prozent jüdisch, während 57,7 Prozent entweder anderen Konfessionen oder Religionen angehörten oder konfessionslos waren.[69][70] Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist demnach im beobachteten Zeitraum gesunken, während der Anteil der Konfessionslosen zunahm. Bis zum Jahr 2000 waren die Katholiken die stärkste Bevölkerungsgruppe.[71] Obwohl die Gruppe der Konfessionslosen deutlich größer ist als jene der Katholiken, gehört München zu den bayerischen Städten und Gemeinden, in denen Mariä Himmelfahrt (15. August) ein gesetzlicher Feiertag ist.

Religions- und Konfessionszugehörigkeit der Bevölkerung in der Landeshauptstadt München (in Prozent)
1961[72] 1987[73] 2011[60] 2014[74] 2015[74] 2016[74] 2017[75] 2020
römisch-katholisch 71,8 58,0 39,9 33,9 33,1 32,4 31,8 29,1
evangelisch(a) 22,6 19,1 15,2 12,3 11,9 11,6 11,4 10,4
muslimisch 04,0 07,4[61] 08,4[62] _
christlich-orthodox 03,6 _
jüdisch 00,3 00,3 00,3 00,3 00,3
andere Konfessionen
und Konfessionslose
05,6 18,9 33,6 45,1 54,7 55,7 56,5 60,5
(a) 1987: nur evangelisch-lutherische Kirche, 1961 und ab 2011: einschließlich evangelischer Freikirchen
(b) Schätzungen
(c) Einschließlich 4,4 Prozent, die sonstigen anerkannten öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften (Alt-Katholischen Kirche, Zeugen Jehovas etc.[76]) angehören.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Münchner Stadtrat kann Personen, die sich in hohem Maße um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben, zu Ehrenbürgern ernennen.

Söhne und Töchter der Stadt sind in München geborene Personen, unabhängig davon, ob sie ihren späteren Wirkungskreis in München hatten oder nicht. Zudem gibt es Persönlichkeiten, die außerhalb Münchens geboren sind und in der Stadt gelebt und gewirkt haben.

Einigen Persönlichkeiten wurden Denkmäler errichtet, wie die Brunnendenkmäler am Viktualienmarkt für bekannte Volksschauspieler und Volkssänger. Auch populären fiktiven Persönlichkeiten aus Film und Fernsehen, die das auswärtige Bild der Stadt mitprägen, wurden bereits Denkmäler gesetzt, wie Helmut Dietls Münchner Original Monaco Franze oder Ellis Kauts Kobold Pumuckl.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

München wurde 1158 zum ersten Mal als forum apud Munichen[A 5] urkundlich im Augsburger Schied erwähnt, nachdem der Herzog von Bayern und Sachsen Heinrich der Löwe einen Übergang der Salzstraße über die Isar ungefähr an der Stelle der heutigen Ludwigsbrücke errichtet und nahe dem Übergang einen Markt gegründet hatte.

Mit dem Augsburger Schied wurde die Stadt München jedoch nicht gegründet; die bereits bestehende Siedlung erhielt dadurch von Kaiser Friedrich Barbarossa nur das Markt-, Münz- und Zollrecht zugesprochen. Die Freisinger Bischöfe erhielten jedoch ein Drittel der daraus resultierenden Einnahmen.

Wann die ab 1158 ins Licht der Geschichte getretene Stadt „München“ tatsächlich gegründet wurde und welchen Namen die Siedlung bei ihrer Gründung trug, ist nicht bekannt. Die älteste und damals noch einzige Pfarrkirche der Stadt ist die Peterskirche.

Mittelalter: Herzogsitz und Kaiserresidenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Münchner Pfennig mit Mönchskopf zur Zeit Stefans II. (1349–1375)

Als Heinrich der Löwe 1180 vom Kaiser geächtet wurde, fiel Bayern an die Wittelsbacher und München an den Bischof von Freising. 1240 kam auch München in Wittelsbacher Besitz und wurde bereits 1255 nach der ersten Landesteilung herzogliche Residenz.

Seit 1314 war Herzog Ludwig IV. deutscher König, seit 1328 auch römisch-deutscher Kaiser, und München wurde als seine Residenz durch einen neuen Mauerring erheblich erweitert. Zu dieser Zeit übernahm München die Farben des alten Reiches, Schwarz und Gold, als Stadtfarben.

Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts kam es wiederholt zu Aufständen der Bürgerschaft gegen die Herzöge, die daraufhin ihren Regierungssitz vom Alten Hof in die neue Residenz am Stadtrand verlegten. Wegen der Bedrohung durch die Hussiten wurde 1429 die bestehende Stadtbefestigung durch einen zweiten, äußeren Mauerring verstärkt.

Im Jahre 1442 wurden die jüdischen Bürger aus der Stadt vertrieben. Bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lebten daraufhin keine Juden mehr in München (siehe hierzu: Geschichte der Juden in München).

Im Jahre 1468 wurde der Grundstein zum spätgotischen Neubau der Marienkirche gelegt, der „Frauenkirche“, deren Bau trotz ihre Größe nur zwanzig Jahre dauerte. Das gotische München unterschied sich in Architektur und Größe um 1500 jedoch noch nicht sehr von den anderen Herzogstädten Bayerns wie Ingolstadt, Straubing oder Landshut und lag mit knapp über 13.000 Einwohnern noch weit hinter Nürnberg und Augsburg, die allerdings damals zu den fünf größten Städten des Reiches gehörten.[77]

Hauptstadt des vereinigten Herzogtums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Stadt in der Spätgotik eine neue kulturelle Blütezeit erlebt hatte, wurde München 1506 zu Beginn der Neuzeit durch die Wiedervereinigung der Herzogtümer unter Albrecht IV. (1465–1508) Hauptstadt des Herzogtums Bayern. In der Folgezeit ging der Einfluss der Bürgerschaft immer weiter zurück und die Wittelsbacher bestimmten fortan die Entwicklung der Stadt.

München wurde unter der Herrschaft von Wilhelm IV. (1508–1550) und Albrecht V. (1550–1579) ein Zentrum der Renaissance und der Gegenreformation. 1589 wurde das Hofbräuhaus durch Wilhelm V. (1579–1597) gegründet. Für die Jesuiten entstand die Michaelskirche und das Jesuitenkolleg. Zwei frühe Stadtansichten sind bei Georg Braun, Franz Hogenberg: „Civitates orbis terrarum“ von 1572 abgebildet.[78] Um 1570 entstand auch Jacob Sandtners Stadtmodell aus Lindenholz, das zusammen mit denen für die vier nachgeordneten damaligen Regierungsstädte Straubing, Landshut, Ingolstadt und Burghausen zu den ältesten der Welt zählt.[79][80]

Dreidimensionales Stadtmodell von 1570, von Jakob Sandtner.

Kurfürstliche Residenzstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Herzog Maximilian I. von Bayern (1597–1651) gewann Bayern die Oberpfalz sowie die Kurwürde zurück und München wurde daraufhin 1628 Residenzstadt des Kurfürstentum Bayerns, das nun wieder beinahe ganz Altbayern umfasste, musste dann aber 1632 im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs die Besatzung schwedischer Truppen erdulden. München hatte ein hohes Lösegeld zu bezahlen und Geiseln zu stellen, um seiner Zerstörung zu entgehen. Wenig später brach die Pest aus und tötete ein Drittel der Bevölkerung. Nach dem Ende des Kriegs 1648 erholte sich die Stadt jedoch und öffnete sich unter Kurfürst Ferdinand Maria (1651–1679) dem italienischen Barock. So entstanden Schloss Nymphenburg und die Theatinerkirche sowie das erste Opernhaus. Die Auswirkungen des Krieges waren jedoch eine wichtige Voraussetzung für die Durchsetzung des Absolutismus des Kurfürsten.

1704 kam München im Spanischen Erbfolgekrieg für mehrere Jahre unter habsburgische Besatzung, da sich Kurfürst Maximilian II. Emanuel (1679–1726) mit Frankreich verbündet hatte. Ein Aufstand der Bürger und Bauern wurde in der Sendlinger Mordweihnacht blutig beendet. Nach der Rückkehr des Kurfürsten aus dem Exil setzte sich der französische Spätbarock am Hof durch und in der Folge entwickelte sich das bayerische Rokoko.

Nach der Kaiserkrönung von Kurfürst Karl Albrecht (1726–1745) besetzten habsburgische Truppen ab 1742 zwei Mal für längere Zeit erneut die Stadt. Maximilian III. Joseph (1745–1777) gab danach die Großmachtpolitik seiner beiden Vorgänger auf und widmete sich inneren Reformen, so wurde die Bayerische Akademie der Wissenschaften 1759 in München gegründet. 1789 erfolgte auf Befehl Kurfürst Karl Theodors (1777–1799) die Anlage des Englischen Gartens in den Isarauen und wenig später wurde die mittelalterliche Stadtbefestigung geschleift. München war unter Karl Theodor Residenzstadt von Kurpfalz-Bayern, des drittgrößten Länderkomplexes des Alten Reichs.

Stadtplan Münchens, 1858

Königliche Haupt- und Residenzstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl München bereits 1328 kaiserliche Residenzstadt wurde, begann der Aufstieg zur Großstadt erst 450 Jahre später. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wuchs München rapide, hatte bereits 1750 mit Augsburg gleichgezogen und Nürnberg überholt. Ab 1806 wurde diese Entwicklung noch beschleunigt, als Bayern von Napoleon zum Königreich Bayern erhoben und München damit Hauptstadt eines doppelt so großen Landes wurde, das weite Teile Frankens, Schwabens und die Rheinpfalz einschloss. Nun konnten auch Protestanten das Münchner Bürgerrecht erwerben. Unter König Max I. Joseph (1799–1825) entstand damals das Nationaltheater und es begann die planvolle Erweiterung der Stadt. 1818 erhielt München eine Selbstverwaltung mit zwei Bürgermeistern und zwei Ratskollegien.

Hatte München 1700 gerade einmal 24.000 Einwohner, so verdoppelte sich die Bewohnerzahl bald alle etwa dreißig Jahre, so dass 1871 170.000 Menschen in München lebten und 1933 840.000. München ist bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts jedoch noch ein „bis dahin statisch ruhendes Gebilde“, umgeben von einem Kranz aus Dörfern, die deutlich älter als das Zentrum sind. Das Wachsen zur Großstadt war möglich, weil rund 60 Dörfer mit ihren landwirtschaftlichen Flächen eingemeindet wurden. Besonders dynamisch wuchs die Stadt seit 1870.[81]

Mit der Regierung von König Ludwig I. (1825–1848) wurde München zu einer weithin bekannten Kunststadt. Die Klassizisten Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner gestalteten die Ludwigstraße, den Königsplatz und die Erweiterung der Münchner Residenz. 1826 ließ der König die Ludwig-Maximilians-Universität aus Landshut nach München verlegen.

Ludwigs Sohn Max II. (1848–1864) förderte insbesondere die Geisteswissenschaften und scharte einen Literatenkreis um sich („Die Krokodile“). Max II. trat wie sein Vater als Bauherr hervor. Im neuen, an die englische Gotik erinnernden „Maximilianstil“, entstanden unter anderem die Bauten an der Maximilianstraße,[A 6] heute eine der exklusivsten und teuersten Einkaufsstraßen des Kontinents.

Unter König Ludwig II. (1864–1886) erfuhr das Musikleben mit mehreren Aufenthalten Richard Wagners eine neue Blüte. Im 19. Jahrhundert, als München immer wieder von der Seuche geplagt war, führte Max von Pettenkofer das Abwassersystem ein. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts galt München dadurch als eine der saubersten Städte Europas.

In der Zeit Prinzregent Luitpolds (1886–1912) erlebte München dann einen gewaltigen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Es entstanden unter anderem die Prinzregentenstraße und das Prinzregententheater. Schwabing erlebte um die Jahrhundertwende eine Blüte als Künstlerviertel, in dem zahlreiche bedeutende Literaten und Maler der Zeit verkehrten. 1896 wurde die Münchner Kulturzeitschrift Jugend erstmals herausgegeben, die namensgebend für den Jugendstil wurde; im gleichen Jahr erschien auch die Nummer 1 der politisch-satirischen Zeitschrift Simplicissimus im Verlag von Albert Langen. 1911 wurde die Künstlervereinigung Der Blaue Reiter gegründet. Im ersten Satz seiner Erzählung Gladius Dei prägte Thomas Mann für diese Epoche das geflügelte Wort München leuchtete.

1916, während des Ersten Weltkrieges, wurde München bei einem französischen Luftangriff durch Bomben getroffen, die keine großen Schäden anrichteten. Die sich verschlechternde Versorgungslage dagegen stellte ein großes Problem für die Bevölkerung dar. Es kam zu Streiks und Verhaftungen und eine zunehmend revolutionäre Stimmung entstand.

Revolution, Weimarer Republik und Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuldverschreibung über 50.000 Mark der Bayer. Landeshauptstadt München vom 15. Februar 1923
Flug über das zerstörte München 1945

Nach dem Ende des Krieges kam es 1919 in München zu revolutionären Unruhen. Während die Novemberrevolution 1918 friedlich verlief und mit der Abschaffung der Monarchie endete, wurde die Münchner Räterepublik, ein Aufstand kommunistischer und sozialistischer Gruppen, im Frühjahr 1919 von Reichswehr und Freikorps gewaltsam niedergeschlagen.[82] In den Folgejahren entwickelte sich München zunehmend zur Keimzelle nationalsozialistischer Aktivitäten, beispielsweise wurde der Stoßtrupp Adolf Hitler gegründet. 1923 scheiterte der Marsch Hitlers auf die Feldherrnhalle. München blieb jedoch stets der Sitz der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, ausgenommen von November 1923 bis zum Februar 1925 als die Partei reichsweit verboten war.

Nach der Machtergreifung 1933 sollte die Stadt großflächig umgebaut werden; zuständiger Architekt war Hermann Giesler. „Obwohl die bombastischen Pläne für den Umbau Münchens in eine Führerstadt nie realisiert wurden, drückten die Nazis der Stadt dank zahlreicher pompöser Bauprojekte ihren unverwechselbaren architektonischen Stempel auf.“[83]

1935 verlieh Hitler München den Stadt-Ehrentitel der NS-Zeit: Hauptstadt der Bewegung. 1938 wurde das Münchner Abkommen geschlossen, das den Anschluss des Sudetenlands an das Deutsche Reich festlegte.

Am 1. Dezember 1937 zog die Rasseorganisation Lebensborn in das Haus von Thomas Mann, das sich Ecke der damaligen Föhringer Allee (seit 1955: Thomas-Mann-Allee) und der Poschingerstraße befand. Die Zentrale der SS-Organisation blieb bis zum 31. Dezember 1939 im Gebäude.[84]

Im September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, kurz darauf scheiterte das Bürgerbräukeller-Attentat und 1942–1943 leistete die Weiße Rose Widerstand. Wie alle großen deutschen Städte wurde München durch alliierte Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg stark getroffen (Luftangriffe auf München). Bis Kriegsende wurde die historische Altstadt zu neunzig Prozent und die Stadt insgesamt zu fünfzig Prozent zerstört. Schätzungen zufolge fanden etwa 6.000 Menschen den Tod und etwa 15.000 wurden verletzt.

Zwei Tage vor der Besetzung Münchens durch die Alliierten, rief die Widerstandsorganisation Freiheitsaktion Bayern, die aus militärischen und zivilen Personen bestand, über lokale Sendestationen dazu auf, sich gegen die nationalsozialistische Herrschaft zu erheben. Der Aufstand der Freiheitsaktion wurde noch am selben Tag durch einen SS-Verband beendet. Am 30. April 1945 besetzte letztlich die US-Armee, ohne großen Widerstand, die Stadt München. Andernorts in Deutschland wurde der Krieg noch bis Anfang Mai fortgesetzt. Er endete letztlich am 8. Mai mit der Bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht.[85]

Zahlreiche Gedenkstätten erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem weitgehend am historischen Stadtbild orientierten Wiederaufbau entwickelte sich München nach dem Zweiten Weltkrieg zum High-Tech-Standort, außerdem siedelten sich zahlreiche Unternehmen der Dienstleistungsbranche an, so zum Beispiel Medien, Versicherungen und Banken. In den ersten Nachkriegsjahrzehnten profitierte München indirekt auch von der deutschen Teilung, da zahlreiche Unternehmen aus der Sowjetischen Besatzungszone bzw. Deutschen Demokratischen Republik und aus Berlin in den Süden umsiedelten. Eines der bekanntesten unter ihnen ist Siemens.

Auch der Tourismus erlebte in der an bedeutenden Museen (zum Beispiel Alte, Neue und Pinakothek der Moderne, Deutsches Museum) und Sehenswürdigkeiten reichen Stadt einen Aufschwung.

Während des Kalten Krieges war Radio Free Europe in München angesiedelt.

1962 kam es zu den Schwabinger Krawallen, einen ersten Auftakt zur europaweiten Jugendrevolte der 1960er Jahre.

Im Jahre 1972 war München Gastgeber der XX. Olympischen Spiele, die von der Geiselnahme und Ermordung israelischer Athleten durch palästinensische Terroristen überschattet wurden. Alle elf Geiseln, ein Polizist und fünf Terroristen kamen dabei ums Leben. Als Konsequenz wurde in Deutschland die GSG 9 der Bundespolizei gegründet. Für die Spiele wurde das Areal Oberwiesenfeld zum Olympiapark umgestaltet und der Öffentliche Nahverkehr mit U- und S-Bahnen massiv ausgebaut, die teilweise weit ins Umland hineinreichen. Teile der Innenstadt wurden in dieser Zeit zu Fußgängerzonen umgestaltet.

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich das Glockenbachviertel zu einem Zentrum der Schwulenbewegung, zahlreiche Künstler wie Rainer Werner Fassbinder und Freddy Mercury wohnten dort.[86] 1988 wurde die Münchener Biennale von Hans Werner Henze ins Leben gerufen.

Jüngste Vergangenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der rund 30 km entfernte neue Flughafen München „Franz Josef Strauß“ wurde im Mai 1992 eröffnet, gleichzeitig erfolgte die Schließung des alten Flughafens München-Riem. Auf dessen Gelände entstand später die Messestadt Riem mit dem Riemer Park, der im Rahmen der Bundesgartenschau 2005 eröffnet wurde.

2002 erfolgte die Eröffnung der Pinakothek der Moderne im Kunstareal München, das in der Folge mit den Neubauten für das Museum Brandhorst und das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst, dem Jüdischen Museum München, dem Museum of Urban and Contemporary Art sowie dem Erweiterungsbau für das Lenbachhaus weiter ausgebaut wurde.

Von 2000 bis 2011 wurde die Flusslandschaft der Isar in dem acht Kilometer langen Abschnitt im Bereich zwischen Großhesseloher Brücke und Deutschem Museum unter dem Motto „Neues Leben für die Isar“ mit großem Aufwand naturnah gestaltet. 2002 wurde die Panzerwiese und das angrenzende Hartelholz zum Naturschutzgebiet und Fauna-Flora-Gebiet ernannt.

Insbesondere nach der Jahrtausendwende wurden auch in München zahlreiche Hochhäuser gebaut, beispielsweise das 146 m hohe Hochhaus Uptown und die Zwillingstürme Highlight Towers, das 2008 fertiggestellte SV-Hochhaus oder der Skyline Tower (siehe dazu auch Liste der Hochhäuser in München). Seit einem Bürgerentscheid im Jahr 2004, in dem sich die Mehrheit der teilnehmenden Münchner Wähler gegen den Bau von Gebäuden mit einer Höhe von mehr als 100 Metern aussprach, wurde in der bayerischen Landeshauptstadt kein Hochhaus mehr errichtet, das die beiden knapp 99 Meter hohen Türme der Frauenkirche überragt.

2017 begann die BMW Group mit dem Ausbau ihres Forschungs- und Innovationszentrum FIZ im Münchner Norden. Das Entwicklungszentrum soll bis 2050 um rund 50 Prozent wachsen und dann 41.000 Arbeitsplätze bieten.[87]

Politik und politische Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell dominieren vor allem in der Kommunalpolitik, in geringerem Maße auch in der Landes- und Bundespolitik in München die Mitte-links-Parteien, was in Bayern eher selten ist. Die CSU, die Freien Wähler sowie die AfD sind an der Isar traditionell schwächer als im Rest des Freistaats, SPD, Grüne, FDP und Linke dagegen stärker. Zahlreiche Staatsgewalt ausübende Institutionen haben ihren Sitz in München.

Europapolitik und Bundespolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

München ist Sitz von einigen Gerichten und Behörden des Bundes (siehe unten), wie beispielsweise des Bundesfinanzhofes, des Bundespatentgerichts, des Truppendienstgerichts Süd sowie des Deutschen Patent- und Markenamtes.

In München befindet sich auch der Hauptstandort des Europäischen Patentamtes.

Von den Bundestagswahlkreisen in Bayern entfallen vier auf München: München-Ost, München-Nord, München-Süd und München-West/Mitte. Das einzige von der SPD gewonnene Direktmandat in Bayern war bei den Bundestagswahlen 2002 und 2005 der Wahlkreis München-Nord. 2009 konnte Johannes Singhammer das Mandat für die CSU zurückgewinnen. Bei der Bundestagswahl 2017 gingen wiederum alle vier Direktmandate in München an die CSU. In München lagen die Grünen bei der Europawahl 2019 dann aber sogar vor allen anderen Parteien.

Landeshauptstadt und Landesverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Landeshauptstadt ist München der Sitz des Bayerischen Landtages und der Bayerischen Staatsregierung sowie vieler Landesbehörden Bayerns (siehe unten). Als Landesmittelbehörde befindet sich in München auch die Regierung von Oberbayern, das wie Bayern ebenfalls von München aus verwaltet wird.

Bei den bayerischen Landtagswahlen wird München gegenwärtig durch neun Stimmkreise repräsentiert.

Auf kommunaler Ebene ist München auch Sitz des Bezirks Oberbayern, des größten Bezirks Bayerns, der als dritten kommunalen Ebene über den Kreisen (zweite Ebene) und Gemeinden (erste Ebene) eingerichteten kommunalen Gebietskörperschaft. Da der Landkreis München von München aus verwaltet wird, obwohl die Stadt selbst kreisfrei ist, befindet sich hier auch das Landratsamt München. Das Landratsamt dient sowohl als kommunale Selbstverwaltungsbehörde als auch untere staatliche Verwaltungsbehörde.

Bürgermeister und Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oberbürgermeister von München wird alle sechs Jahre direkt gewählt und ist in Personalunion auch der Behördenleiter der Stadtverwaltung. Seit Mai 2014 wird München von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), dem Nachfolger des zuvor zwanzig Jahre amtierenden Oberbürgermeisters Christian Ude (SPD), regiert. Zweite Bürgermeisterin ist Katrin Habenschaden (Grüne), dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD).

Stärkste Partei bei der Kommunalwahl 2020 nach Stadtteil:
  • CSU
  • Grüne
  • SPD
  • Stadtratswahl 2020
    Wahlbeteiligung: 49,0 %
     %
    30
    20
    10
    0
    29,1
    24,7
    22,0
    4,0
    3,9
    3,5
    3,3
    2,5
    1,0
    7,1
    Gewinne und Verluste
    im Vergleich zu 2014
     %p
     14
     12
     10
       8
       6
       4
       2
       0
      -2
      -4
      -6
      -8
    -10
    +12,5
    −7,9
    −8,8
    +1,5
    +1,4
    +0,1
    +0,9
    −0,2
    −0,9
    +1,5
    Sitzverteilung im Stadtrat München seit 2020
           
    Insgesamt 80 Sitze
    • Der über die München-Liste gewählte Stadtrat hat sich der Fraktionsgemeinschaft ÖDP/FW als Einzelstadtrat angeschlossen.

    Der Münchner Stadtrat besteht aus achtzig Stadträten und dem Oberbürgermeister und wird ebenfalls alle sechs Jahre gewählt. Von 1996 bis 2014 wurde der Münchner Stadtrat von einer Koalition aus SPD, Grünen und Rosa Liste geführt, von 2014 bis 2020 von einer Großen Koalition aus SPD und CSU abgelöst wurde. Bei der Kommunalwahl in München 2020 lagen die Grünen jedoch erstmals als stärkste Partei im Stadtrat vor CSU und SPD, die beide starke Verluste erlitten. Die neue Allianz für die Stadtregierung heißt folglich Grün-Rot. Mit beteiligt am Bündnis seit Ende April 2020 sind auch die Rosa Liste und Volt.

    Stadtverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Stadtverwaltung München ist die kommunale Selbstverwaltung der Stadt München. Sie ist die größte Stadtverwaltung in Deutschland (in Berlin und Hamburg als Stadtstaaten sind staatliche und gemeindliche Tätigkeit nicht getrennt). Sie ist in mehrere Referate unterteilt.

    Bezirksvertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Stadtbezirke Münchens stellen eine verwaltungsrechtliche Gliederung des Stadtgebiets der bayerischen Landeshauptstadt München dar. Die Bürger des Stadtbezirkes bestimmen in direkter Wahl ihre ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertreter für den jeweiligen Bezirksausschuss.

    Hoheitssymbole[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Landeshauptstadt München führt laut Stadtratsbeschluss vom 27. November 2002 ein kleines und ein großes Stadtwappen.[88]

    Für offizielle Zwecke wird ausschließlich das kleine Stadtwappen verwendet. Es entspricht im Wesentlichen dem Stadtwappen, das 1957 vom Stadtrat festgelegt wurde.

    Kleines Stadtwappen Münchens
    Blasonierung: „Auf silbernem Schild-Grund Mönch mit schwarzer, goldumränderter Kutte, Eidbuch und Schuhe rot, Gesicht und Hände fleischfarben.“[89][90]

    Es handelt sich dabei um ein redendes Wappen, da der in dem Wappen gezeigte Mönch namentlich auf München verweist. Der Mönch war bereits auf dem ersten bekannten Stadtsiegel Münchens abgebildet, zunächst 1268 als Kopf mit Kapuze, ab 1304 als Vollfigur. Aus dem Mönch im Wappen entwickelte sich im Laufe der Zeit das Münchner Kindl.

    Das sogenannte große Wappen wird im amtlichen Verkehr nicht mehr verwendet, sondern dient ausschließlich repräsentativen Zwecken.

    Großes Stadtwappen Münchens
    Blasonierung: „In Silber ein offenes rotes Stadttor zwischen zwei roten Zinnentürmen mit von Schwarz und Gold mehrfach zickzackartig gebänderten Dächern; oben ein wachsender, golden gekrönter und bewehrter goldener Löwe; im Tor der Mönch des kleinen Wappens.“[89]

    Die Münchner Stadtfarben sind seit der Zeit Kaiser Ludwigs des Bayern die Farben des Alten Reichs: Schwarz und Gold. Die Münchner Stadtflagge zeigt diese beiden Farben längsgestreift. In Analogie zu der Staatsflagge Bayerns wird zusätzlich eine rautierte Fassung verwendet. Gelegentlich ist das kleine Stadtwappen in der Mitte der Flagge abgebildet.

    Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Wandskulptur von Münchens Partnerstädten im Neuen Rathaus
    München (Welt)
    (55° 57′ 0″ N, 3° 13′ 0″W)
    Edinburgh
    seit 1954
    (45° 26′ 0″ N, 10° 59′ 0″O)
    Verona
    seit 1960
    (44° 50′ 16″ N, 0° 34′ 46″W)
    Bordeaux
    seit 1964
    (43° 3′ 43″ N, 141° 21′ 15″O)
    Sapporo
    seit 1972
    (39° 8′ 10″ N, 84° 30′ 11″W)
    Cincinnati
    seit 1989
    (50° 27′ 0″ N, 30° 30′ 0″O)
    Kiew
    seit 1989
    (17° 49′ 30″ S, 31° 3′ 0″O)
    Harare
    seit 1996
    (31° 9′ 14,4″ N, 34° 28′ 12″O)
    Be’er Scheva
    seit 2021
    M. (48° 8′ 14″ N, 11° 34′ 32″O)
    M.
    Partnerstädte

    Folgende Städtepartnerschaften existieren:[91]

    Patenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Am 17. August 1952 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt und dem Kreis Ústí nad Labem übernommen.

    Um den Wiederaufbau im ehemaligen Jugoslawien zu unterstützen, hat München 1999 eine Patenschaft für die bosnische Gemeinde Vogošća und 2000 für die serbische Gemeinde Subotica übernommen.[92]

    Biostadt München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    München ist eines der Gründungsmitglieder des Netzwerkes Biostädte in Deutschland. Bereits 2006 begann München mit dem im Referat für Gesundheit und Umwelt verankerten Projekt Biostadt München. In diesem Rahmen arbeitet die Stadt München mit unterschiedlichen Partnern aus den Bereichen Landwirtschaft, Handel, Umweltschutz und nachhaltige Ernährung zusammen.[93]

    Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    siehe auch: Entstehung des Münchner Stadtbildes

    Der Marienplatz gilt als Mittelpunkt Münchens und liegt, umgeben von dem Neuen und dem Alten Rathaus, im Zentrum der Altstadt. Im Südosten des Marienplatzes liegt das Angerviertel, im Südwesten das Hackenviertel, im Nordwesten das Kreuzviertel und im Nordosten das Graggenauer Viertel und weiter Richtung Isar das Lehel (St.-Anna-Vorstadt). Hier liegt das alte München, erst seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts dehnte sich die Stadt rasch aus und umfasste im Süden bald die Isarvorstadt, im Westen die Ludwigsvorstadt und mit dem Bau der Prachtstraßen der Könige auch die Maxvorstadt im Norden sowie östlich jenseits der Isar Haidhausen und die Au. Hier im Zentrum der Stadt konzentrieren sich die meisten der sehenswerten Bauwerke. Architektonisch bedeutsam sind daneben vor allem noch weitere Bauten im Nordwesten der Altstadt, also in Schwabing und Nymphenburg. Daneben haben sich viele alte Ortskerne in den Stadtteilen teilweise erhalten, insbesondere die Dorfkirchen.

    Romanik und Gotik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Wenige Schritte südlich des Marienplatzes liegt die Peterskirche, die älteste Kirche der Altstadt, deren erster Bau noch aus der Romanik stammte. Heute steht dort ein gotischer Neubau, der im Inneren in der nachfolgenden Zeit barockisiert wurde. Seit dem Abbruch der St.-Jakobs-Kirche 1955 gibt es in der Innenstadt kein romanisches Bauwerk mehr, mehrere im Kern romanische Kirchen in den einstigen Vororten haben sich jedoch erhalten, so Hl. Kreuz in Fröttmaning mit seinem Fresko, St. Johann Baptist in Johanneskirchen, St. Martin in Moosach und St. Nikolaus in Englschalking. Auch St. Sylvester in Schwabing, das wie viele andere heutige Stadtteile lange vor München in historischen Urkunden auftauchte, zeigt noch romanische Bauteile. Bemerkenswert ist auch eines der seltenen romanischen Kruzifixe in der Kirche Heilig Kreuz des Stadtteils Forstenried.

    Aus der Zeit der Gotik dagegen haben sich neben der Peterskirche viele Bauwerke erhalten. Viele sind aus Backstein, in einer Gegend in der Steinbrüche, die anderes Baumaterial hätten liefern können, rar waren. Auch fehlt an den Außenfassaden das andernorts reiche gotische Zierwerk fast völlig. Im 14. Jahrhundert unter Kaiser Ludwig dem Bayern begann in München eine erste, große Blütezeit auch der Kunst. Von der einstigen Stadtbefestigung aus dieser Zeit als der Zweite Mauerring vollendet wurde, stammen im Osten das Isartor, im Westen am Stachus das Karlstor und im Süden das Sendlinger Tor sowie der Löwenturm am Rindermarkt. Die wichtigsten Profanbauten sind im Graggenauer Viertel der Alte Hof, die erste Residenz der Wittelsbacher, und das Zerwirkgewölbe. Nach dem Stadtbrand von München 1327 wurde auch die Peterskirche erneuert. Eine gotische Hallenkirche ist die in der Barockzeit umgestaltete Heiliggeistkirche am Viktualienmarkt. Die einstige Augustinerkirche in der Kaufingerstraße zwischen Marienplatz und Stachus dient heute als Deutsches Jagd- und Fischereimuseum, während die Lorenzkapelle des Alten Hofs und die Franziskanerkirche nicht mehr existieren.

    Den Höhepunkt der Gotik in München bilden jedoch die Werke des 15. Jahrhunderts aus der Zeit der Spätgotik. Jörg von Halsbach war der führende Baumeister. Es entstanden damals das Alte Rathaus mit seinem Tanzsaal sowie im Angerviertel das Zeughaus, das heute ein Teil des Stadtmuseums ist. Die nahe dem Marienplatz gelegene spätgotische Frauenkirche mit ihren zwei markanten Türmen mit den charakteristischen Renaissancehauben ist ein Wahrzeichen Münchens. 1468 wurde nach dem Abriss der Marienkirche der Grundstein gelegt und nach nur zwanzig Jahren war eine der monumentalsten Backsteinkirchen Europas im Wesentlichen fertiggestellt. Sie dient seit der Errichtung des Erzbistums als Dom. Bis heute bestehen blieben auch die spätgotischen Friedhofskirchen der Frauenkirche und von St. Peter, die Salvatorkirche im Kreuzviertel und die Heiligkreuzkirche im Hackenviertel.

    In den Stadtteilen haben sich ebenfalls mehrere gotische Kirchen erhalten, auch hier wurden einige in der Barockzeit verändert, wie beispielsweise die Wallfahrtskirche St. Maria Ramersdorf oder St. Georg in Bogenhausen. Die Schlosskapelle von Schloss Blutenburg und die Filialkirche St. Wolfgang in Pipping haben ihren gotischen Originalzustand dagegen bewahrt und gelten heute als beste Zeugnisse spätgotischer Architektur in München. Die Burg Grünwald ist die einzige mittelalterliche Burg, die in der näheren Umgebung von München bestehen blieb. Die Veste Planegg dagegen wurde in der nachfolgenden Zeit völlig umgebaut.

    Renaissance und Manierismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    War die Architektur der spätmittelalterlichen Stadt in erster Linie noch durch die bürgerliche Kunst geprägt, so bestimmte mit der Wiedervereinigung Bayerns 1504 immer stärker der Hof die architektonische Entwicklung der Stadt.

    Bedeutende Bauwerke der Renaissance entstanden im 16. Jahrhundert für die Jesuiten im Zeitalter der Gegenreformation, so im Kreuzviertel zwischen Marienplatz und Stachus die Michaelskirche, die größte Renaissancekirche nördlich der Alpen und die sich daran anschließende Alte Akademie. Für den Hof wurden bereits kurz zuvor die ältesten noch bestehenden Teile der Residenz Bauten errichtet, darunter der Innenhof der Alten Münze, des ehemaligen Marstalls. Das Antiquarium der Residenz stellt einen der bedeutendsten erhaltenen Sammlungsbauten dieser Epoche dar und ist zugleich der größte Renaissancesaal nördlich der Alpen. Der Grottenhof der Residenz mit der Grottenhalle ist ein Hauptwerk des Manierismus in Deutschland. Von der Maxburg, einem Stadtpalast der Renaissance im Kreuzviertel, hat sich nur der Turm erhalten.

    Das in der Renaissancezeit umgebaute Weinstadl beim Alten Hof überstand als eines der ältesten noch bestehenden Bürgerhäuser alle Zeiten. Der um 1560 erbaute später sogenannte Eilleshof nahe der Residenz ist einer der letzten ursprünglich erhaltenen Altmünchner Laubenhöfe. Das 1589 gegründete Hofbräuhaus befindet sich heute jedoch in einem Neorenaissance-Bau des 19. Jahrhunderts am Platzl.

    Das Alte Schloss Schleißheim im Norden sowie das Schloss Laufzorn im Süden der Stadt, die als Wittelsbacher Residenzen zu Beginn des 17. Jahrhunderts in der späten Renaissance entstanden, sind beide von italienischen Villenbauten dieser Zeit beeinflusst.

    Barock und Rokoko[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Zu Beginn des 17. Jahrhunderts, in der Zeit des Übergangs zum Barock wurde die Residenz durch den Bau der sogenannten Maximilianischen Residenz großzügig erweitert. 1638 wurde die Mariensäule auf dem Marienplatz aufgestellt. Früheste noch bestehende Barockkirche der Innenstadt ist die heute säkularisierte Karmelitenkirche im Kreuzviertel, die ebenso wie St. Stephan in der Isarvorstadt noch in der Tradition einheimischer Bauhütten entstand. Mit dem mächtigen Kuppelbau der Theatinerkirche (St. Kajetan) am Odeonsplatz gegenüber der Residenz zog dann 1663 der italienische Barock in München ein, der mit seinen Hauptrepräsentanten Enrico Zuccalli und Giovanni Antonio Viscardi für mehrere Jahrzehnte bestimmend wurde, bis die französisch geschulten Architekten Joseph Effner und François de Cuvilliés Hofbaumeister wurden.

    Zahlreiche weitere Kirchen aus der Barockzeit sind in der Stadt zu finden, so im Kreuzviertel die Bürgersaalkirche und die Dreifaltigkeitskirche sowie im Hackenviertel die Damenstiftskirche, darüber hinaus noch mehrere Adelspaläste nahe der Residenz, insbesondere das Palais Porcia, das Alte und das Neue Preysing Palais sowie das Palais Holnstein, der heutige Wohnsitz des katholischen Erzbischofs. Für die Residenz entstand durch Cuvilliés die elegante Außenfassade der Grünen Galerie. Beispiele für die wenigen noch erhaltenen Bürgerhäuser dieser Zeit sind das Haus zur Hundskugel im Hackenviertel und das nach dem Zweiten Weltkrieg in rekonstruierter Form wiedererstandene Gunetzrhainerhaus am Promenadeplatz. Nahe dem Sendlinger Tor liegt die Asamkirche, die im Inneren in prunkvollem Spätbarock gestaltet wurde, mit dem Asamhaus. Das Asam-Schlössl war das Wohnhaus des Barockkünstlers Cosmas Damian Asam im Münchner Stadtteil Thalkirchen. Bereits zuvor war begonnen worden die Ortskirche St. Maria in Thalkirchen barock neu zu gestalten.

    Hauptwerke des süddeutschen Barocks sind das Schloss Nymphenburg mit seinen Parkburgen im Westen der Stadt, das Gartenschloss Lustheim sowie das monumentale Neue Schloss Schleißheim im Norden. Wesentlich kleiner sind die gleichzeitig entstandenen Schlösser Suresnes in Schwabing und Fürstenried im Südwesten der Stadt.

    Mit der Klosterkirche St. Anna im Lehel entstand ab 1727 die erste Rokokokirche Bayerns. Die bedeutendste Rokokokirche außerhalb der Innenstadt ist St. Michael in Berg am Laim, ebenfalls von Johann Michael Fischer. Prunkstücke des höfischen Rokoko sind besonders die Amalienburg im Nymphenburger Schlosspark und das Cuvilliés-Theater in der Residenz. Auf Grund der angespannten Haushaltslage entstanden ab der Mitte des 18. Jahrhunderts keine größeren Bauten für den Hof mehr und auch der Kirchenbau ließ im Zeitalter der Aufklärung spürbar nach. Von den Adelspalästen des ausgehenden Rokoko haben sich nur das Palais Gise und das Palais Seinsheim im Kreuzviertel teilweise erhalten. Kurz darauf entstanden für die Landstände noch das Neue Landschaftsgebäude im Angerviertel sowie die kriegsbeschädigte Elisabethkirche in der Ludwigsvorstadt, sie zeigen bereits den Übergangsstil vom späten Rokoko zum Klassizismus. Danach wurden nur noch einige nüchterne Zweckbauten errichtet, wie der der Kurfürstlichen Galerie am Hofgarten.

    Klassizismus, Historismus und Jugendstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Als das Königreich Bayern begründet wurde und die Bevölkerung sprunghaft anstieg, setze zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder eine rege Bautätigkeit ein. Mit dem Nationaltheater von Karl von Fischer am Max-Joseph-Platz vor der Residenz entstand ab 1811 ein Hauptwerk des Klassizismus. Von der Residenz führen auch die vier großen von den Bayerischen Königen angelegten Prachtstraßen in die Stadtteile. Insbesondere König Ludwig I. griff bereits als Kronprinz in die Planungen ein. Durch seine Architekten Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner ließ er zahlreiche klassizistische Prachtbauten errichten.

    Nach Westen Richtung Nymphenburg führt die von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs gezeichnete Brienner Straße durch die Maxvorstadt, unterbrochen vom sternförmigen Karolinenplatz mit seinem Obelisken sowie dem Königsplatz mit dem dorischen Prachttor der Propyläen und der ionischen Glyptothek. Hinter dem korinthischen Bau der Antikensammlungen liegt die Benediktiner Abtei St. Bonifaz. Von der frühklassizistischen Bebauung haben sich unter anderen das Palais Almeida sowie weitere Palais am Wittelsbacherplatz erhalten. Etwas nördlich der Straße entstanden kurze Zeit später die beiden Gebäude der Pinakotheken nach Entwürfen von Klenze und Gärtner.

    Nach Norden Richtung Schwabing wurde die Ludwigstraße zwischen der Feldherrnhalle und dem Siegestor angelegt. Am Odeonsplatz im südlichen Abschnitt der Straße wurden das Odeon und das Palais Leuchtenberg erbaut. Im nördlichen Teil der Straße liegen unter anderen die Bayerische Staatsbibliothek, die Ludwigskirche und die Ludwig-Maximilians-Universität. Etwa gleichzeitig entstand an der Theresienwiese die Bavaria vor der dorischen Ruhmeshalle. Die Residenz entwickelte sich durch die von Klenze gestalteten Erweiterungen mit dem Florentiner Königsbau, dem Festsaalbau sowie der Allerheiligen-Hofkirche zu einem der größten Stadtpaläste.

    Südlich der Residenz, vor der Oper, beginnt die in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Paradestraße gestaltete Maximilianstraße. Sie führt von der Altstadt nach Osten über die Isar in Richtung des Maximilianeums, des Sitzes des bayerischen Landtages. Hier liegen auch das später im Jugendstil umgestaltete Münchner Schauspielhaus, das Gebäude der Regierung von Oberbayern und das Museum Fünf Kontinente. Heute ist die Maximilianstraße eine luxuriöse Einkaufsmeile.

    Schließlich entstand von der Nordseite der Residenz ausgehend die vom frühklassizistischen Prinz-Carl-Palais am Hofgarten nach Osten führende Prinzregentenstraße, an der das Nationalmuseum und die Schackgalerie liegen. Wo die Straße auf dem orographisch rechten Ufer der Isar in Haidhausen die Höhe der Flussterrasse erreicht, steht der Friedensengel. Im Haidhauser Teil der Straße befinden sich auch die Villa Stuck und das Prinzregententheater.

    Von den Konstruktionen aus Glas und Eisen, die zu ihrer Entstehungszeit Mitte des 19. Jahrhunderts als technische Meisterwerke galten, hat sich die Schrannenhalle am Viktualienmarkt teilweise erhalten, während der Glaspalast 1931 abbrannte; nur der Zierbrunnen hat überlebt und befindet sich heute in der Mitte des Weißenburger Platzes im Stadtteil Haidhausen.

    Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden viele Prachtbauten des Historismus errichtet, so das Staatstheater am Gärtnerplatz in der Isarvorstadt, das neugotische Neue Rathaus am Marienplatz von Georg von Hauberrisser, der neubarocke Justizpalast am Stachus und das benachbarte Neue Justizgebäude, beide von Friedrich von Thiersch, sowie das Armeemuseum am Hofgarten (heute befindet sich hier die Bayerische Staatskanzlei) und die im Neurenaissancestil erbaute Akademie der Bildenden Künste an der Akademiestraße in der Nähe des Siegestors.

    Mietshaus Ainmillerstraße 22 mit Jugendstil-Fassade in Schwabing

    Beginnend mit der Mariahilfkirche in der Au entstanden drei große neugotische Kirchen nahe dem östlichen Isarufer, St. Johann Baptist in Haidhausen und die Heilig-Kreuz-Kirche in Giesing, zu der später als vierter mächtiger neugotischer Bau St. Paul an der Theresienwiese kam. Nach der Frauenkirche verfügen diese Kirchen mit der Peterskirche über die höchsten Kirchtürme der Stadt, sie sind alle mehr als neunzig Meter hoch. Am westlichen Isarufer dominieren dagegen von der Romanik inspirierte Kirchen das Stadtbild, St. Lukas und die Pfarrkirche St. Anna im Lehel sowie St. Maximilian und St. Anton in der Isarvorstadt und weiter westlich noch St. Benno in der Maxvorstadt. Stadtbildend wurden auch die beiden großen neubarocken Kirchen St. Joseph in der Maxvorstadt und St. Margaret in Sendling, sowie St. Ursula in Schwabing, die einzige große Kirche des Historismus in München die von der Renaissance beeinflusst wurde. Mit der Erlöserkirche in Schwabing wurde dann auf heimische Architektur zurückgegriffen ohne einen bestimmten Stil nachzuahmen und Elemente des Jugendstils mitverarbeitet.

    Vor allem in Schwabing stehen auch noch zahlreiche im Jugendstil errichtete Wohnhäuser. Unweit des ab 1909 erbauten Deutschen Museums und des Gasteigs befindet sich in der Au mit dem nach vierjähriger Bauzeit 1901 eröffneten und im Jugendstil erbauten Müllerschen Volksbad das älteste öffentliche Hallenbad Münchens. Auch in Pasing, das zuletzt wie Schwabing eine eigene Stadt war, finden sich noch viele Bauwerke des 19. Jahrhunderts.

    In München finden sich etwa 1.200 Brunnen, davon etwa 700 städtische. Markante Brunnen sind insbesondere der Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz und der Vater-Rhein-Brunnen auf der Museumsinsel, beides Werke von Adolf von Hildebrand.

    Moderne und Postmoderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Münchens Architektur seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde stark von Stadtplanern und Architekten wie Theodor Fischer, Carl Hocheder, German Bestelmeyer und Otho Orlando Kurz bestimmt, die zahlreiche Gebäude in der Stadt errichteten. Die Borstei ist eine denkmalgeschützte Wohnsiedlung im Stadtteil Moosach, die zwischen 1924 und 1929 erbaut wurde. Ab 1928 entstand die Siedlung Neuhausen. Die Postbauschule war eine wichtige Manifestation des Neuen Bauens zwischen 1920 und 1934. Als Initiatoren dieser Schule gelten Robert Poeverlein und vor allem Robert Vorhoelzer mit den namensgebenden Münchner Postbauten am Tegernseer Platz, am Harras und am Goetheplatz sowie dem Postpalast.

    Von den Bauten aus der Zeit des Nationalsozialismus haben sich unter anderem das Haus der Kunst und das ehemalige Luftgaukommando in der Prinzregentenstraße sowie die Parteigebäude am Ostrand des Königsplatzes erhalten. Andererseits wurden bedeutende Bauten wie die Matthäuskirche, die Hauptsynagoge und das Herzog-Max-Palais in dieser Zeit abgerissen oder wie das Atelier Elvira demoliert.

    Im Zweiten Weltkrieg wurde der größte Teil der Münchner Gebäude in 66 Luftangriffen stark beschädigt oder gar zerstört. Nur 2,5 % der Gebäude blieben unversehrt und fast die Hälfte der Baumasse wurde vernichtet. Besonders stark betroffen waren die Bahnhofsgegend, die Altstadt und Schwabing. Viele historische Gebäude, die heute das Münchner Stadtbild prägen, wurden nach dem Krieg wieder aufgebaut, nach alten Plänen rekonstruiert oder teilweise im Stil der Altstadt neu errichtet. Verloren sind jedoch einige architektonisch sehr bedeutsame Gebäude wie das Palais Piosasque de Non, historisch wichtige Bauten wie das Wittelsbacher Palais, sowie Bauwerke, die die Silhouette der Stadt einst mitbestimmt hatten, so der große Kuppelbau des Verkehrsministeriums. Der erst nach dem Krieg durch die Innenstadt gebrochene Altstadtring beeinflusst auch das heutige Erscheinungsbild aller vier königlichen Prachtstraßen.

    In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden vereinzelt bedeutsame Beispiele moderner Architektur, die teilweise wieder abgerissen wurden, wie etwa das spektakuläre Landesversorgungsamt der Brüder Luckhardt im Jahre 1989. Das futuristische Schwabylon bestand sogar nur für sechs Jahre bis 1979. Zu den wichtigeren Werken der 1950er Jahre gehören der Kaufhof am Stachus von Theo Pabst, erster Münchner Kaufhausneubau nach Kriegsende, das von ihm zusammen mit Sep Ruf errichtete Justizgebäude Neue Maxburg am Lenbachplatz, und der Neubau der Matthäuskirche von Gustav Gsaenger. Bedeutsame Beispiele moderner Architektur in München sind vor allem auch die Sportstätten (siehe unten), insbesondere im Olympiapark. Ab 1965 entstand die riesige, mittlerweile denkmalgeschützte Paketposthalle. Die großen Kulturbauten der 1970er und 1980er Jahre wie der Neubau der Neuen Pinakothek oder der des Kulturzentrums am Gasteig werden bis heute sehr kontrovers diskutiert, für beide ist ein Umbau geplant. Seit den 1990er-Jahren erfasste die Stadt jedoch eine zweite Gründerzeit, die zunehmend anspruchsvollere Architektur hervorbrachte. Als gelungenstes sakrales Bauwerk gilt die Herz-Jesu-Kirche.

    Die relativ wenigen Hochhäuser in München liegen bis auf das Alte Technische Rathaus aus den 1920er-Jahren und dem Central Tower München außerhalb der Innenstadt. Auch wurde 2004 in einem Bürgerentscheid die Höhe künftiger Hochhäuser auf 100 Meter begrenzt. Architektonisch am erwähnenswertesten sind der BMW-Vierzylinder am Olympiapark, neben dem im Oktober 2007 die futuristische BMW Welt eröffnet wurde, sowie das Hypo-Haus im Arabellapark und die im Norden von Schwabing gelegenen Highlight Towers. Das mit 146 Meter höchste Hochhaus der Stadt ist das Uptown München. Höchstes Bauwerk der Stadt ist der 291 Meter hohe Olympiaturm (siehe unten).

    Am 9. November 2006 wurde das neue Jüdische Zentrum am St.-Jakobs-Platz in der Innenstadt eröffnet – ein Ensemble aus neuer Hauptsynagoge Ohel Jakob, dem Gemeindehaus der Israelitischen Kultusgemeinde München und dem städtischen Jüdischen Museum (eröffnet am 22. März 2007). Es ist das größte jüdische Zentrum in Europa. Entworfen wurde das Ensemble von den Architekten Wandel, Hoefer und Lorch, die auch schon die Dresdner Synagoge umgebaut hatten. Herausstechendstes Merkmal des Ensembles sind die verschieden bearbeiteten Außenwände aus hellem Travertinstein, die besonders an der Hauptsynagoge an die Klagemauer in Jerusalem erinnern sollen.

    Viel Beachtung fand der Bau des Museums Brandhorst, das nach Plänen des Architekturbüros Sauerbruch Hutton im Kunstareal München erbaut und 2009 eröffnet wurde. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe der Pinakothek der Moderne, die vom Architekten Stephan Braunfels entworfen wurde und 2002 ihre Pforten öffnete.

    180-Grad-Panorama von der Frauenkirche aus in Blickrichtung Südosten

    Stadtmodelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Jakob Sandtner, Plastisches Stadtmodell im Maßstab 1:616, um 1570, Standort Bayerisches Nationalmuseum,[94] eine Kopie im doppelten Maßstab befindet sich im Stadtmuseum
    • Johann Baptist Seitz, Anselm Sickinger und andere: Plastisches Stadtmodell, etwa 1850, Birnbaum, Maßstab 1:700, Standort Bayerisches Nationalmuseum: Relief der Haupt- und Residenzstadt München[95]
    • Anton Hoermann, Friedrich Hoermann: 1915 (Maßstab 1:700)
    • Deutsche Hochbildgesellschaft 1930 (Maßstab 1:2000)
    • 1938/39 (Maßstab 1:1000)
    • seit den 1970er-Jahren und kontinuierlich fortgeführt (Maßstab 1:500), Referat für Stadtplanung, Standort Münchner Stadtmuseum

    Grünanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Parks und Zoos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Englischer Garten, Ausblick vom Monopteros-Tempel
    v. l. n. r.: Bayerische Staatskanzlei, Alter Peter, Neues Rathaus, Residenz, Frauenkirche, Theatinerkirche, St. Salvator

    Die älteste Gartenanlage ist der Hofgarten aus der Renaissancezeit mit dem Dianatempel. In der Renaissance gab es allerdings in der Altstadt Hunderte kleiner Gärten. Die Münchner bauten darin sogar Gemüse an und hielten Vieh. Nordöstlich des Hofgartens schließen sich der Finanzgarten und der seit 1789 gestaltete Englische Garten an, der München vom Zentrum bis an die nördliche Stadtgrenze durchzieht, und mit 4,17 Quadratkilometern Fläche den Central Park in New York übertrifft. Hier befinden sich seit der Entstehungszeit das Rumford Haus und der Chinesische Turm, später kam der Monopteros hinzu. An der gegenüber liegenden Seite der Isar liegen die Maximiliansanlagen. Im Westen der Altstadt am Stachus befindet sich der Alte Botanische Garten, in dem bis zu seiner Zerstörung durch Feuer der Glaspalast stand. Erhalten hat sich das klassizistische Eingangstor von Herigoyen mit einer von Johann Wolfgang Goethe eigens verfassten Inschrift.

    Der Schlosspark Nymphenburg entstand im Westen von Schloss Nymphenburg im französischen Stil. Im 19. Jahrhundert wurde er bis auf das „Grand Parterre“ in einen englischen Landschaftspark verwandelt. Nördlich schließt sich der Neue Botanische Garten an. Südöstlich von Nymphenburg liegt der ehemals kurfürstliche Hirschgarten. Gleich drei barocke Schlösser befinden sich an der nördlichen Stadtgrenze im Park von Schloss Schleißheim, neben Herrenhausen und Schwetzingen ist er der einzige erhaltene große Barockgarten in Deutschland.

    Bedeutend ist auch der Olympiapark, der neben mehreren Seen auch einen hervorragenden Blick über die Stadt vom Olympiahügel bietet. Hier befindet sich auch das Aquarium von Sea Life München. Daneben existieren zahlreiche weitere Parks und Grünflächen, wie zum Beispiel der Bavariapark, der Luitpoldpark mit dem Bamberger Haus, der Westpark mit dem Ostasienensemble, wo 1983 die erste Bundesgartenschau – gleichzeitig als Internationale Gartenbauausstellung – in Bayern stattfand, sowie der Ostpark. Für die Bundesgartenschau 2005 wurde im Stadtteil Messestadt Riem mit dem Riemer Park eine weitere, ausgedehnte Parkanlage im Osten Münchens angelegt. Im Winter wird in einigen Parks durch eigens gespurte Loipen das Langlaufen ermöglicht.

    Die Isarauen sind eine lang gezogene, schmale Parklandschaft entlang dem anlässlich der Bundesgartenschau 2005 teilweise renaturierten Gebirgsfluss. Die Stadt kann an der Isar ohne Unterbrechung auf verschiedenen Trassen im Grünen durchlaufen oder -radelt werden. Die eigentlichen Isarauen zwischen Deutschem Museum und der Isarinsel Flaucher sind beliebte Orte zum Grillen, Baden und zu gemäßigter Freikörperkultur. Südlich vom Flaucher liegt der Tierpark Hellabrunn.

    Durch die genannten Parkanlagen erreicht das insgesamt dicht bebaute München einen Anteil öffentlicher Grünanlagen und Erholungsflächen am Stadtgebiet von rund 11,7 Prozent.[96] Der Anteil aller Grünflächen im Stadtgebiet beträgt 49,9 Prozent und belegt damit lediglich Rang 74 unter den 79 deutschen Großstädten.[97] Tatsächlich ist München in Deutschland die Stadt mit dem höchsten Anteil an versiegelter Fläche, rund 47 Prozent des Stadtgebiets sind bebaut, betoniert oder asphaltiert.[98]

    Friedhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Grünanlagen besonderer Art sind der aufgelassene Alte Südliche Friedhof mit zahlreichen Prominentengräbern in der Nähe des Sendlinger Tors sowie der ebenfalls aufgelassene Alte Nördliche Friedhof in der Maxvorstadt. Grüne Lungen der Stadt sind auch die bestehenden Friedhöfe Münchens, wobei der West-, der Nord- und der Ostfriedhof jeweils über prächtige Aussegnungshallen von Hans Grässel verfügen. Der größte Friedhof Münchens ist der Waldfriedhof. Ein Friedhof mit Gräbern vieler Prominenter ist auch der Bogenhausener Friedhof. Auf dem Friedhof am Perlacher Forst liegen unter anderen bekannten Persönlichkeiten die Geschwister Scholl begraben.

    Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Kunstmuseen und Galerien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    München ist international bekannt für seine Sammlungen der alten und klassischen Kunst, die in staatlichen, städtischen und privaten Museen wie Galerien präsentiert werden.

    So gehören zum Beispiel die Alte und die Neue Pinakothek sowie die Pinakothek der Moderne und das 2014 stark erweiterte Lenbachhaus zu den weltweit bedeutendsten Galerien. Zusammen mit der Glyptothek, den Staatlichen Antikensammlungen und dem Museum Brandhorst bilden diese Sammlungen das Kunstareal München. Auch das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst erhielt einen Neubau im Kunstareal. Die Staatliche Graphische Sammlung München befindet sich ebenfalls dort in der Katharina-von-Bora-Straße.

    Neubau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus

    Eine weitere Museumslandschaft neben dem Kunstareal ist das Lehel mit dem Haus der Kunst, dem Bayerischen Nationalmuseum, der Archäologischen Staatssammlung, der Schackgalerie, der Galerie der Künstler und dem Museum Fünf Kontinente, dem früheren Völkerkundemuseum. Weiter östlich der Isar an der Prinzregentenstraße liegt das einzigartige Jugendstilgebäude Villa Stuck mit einer ständigen Sammlung von Franz von Stucks Werken sowie hochkarätigen Wechselausstellungen.

    Auch in der Innenstadt liegen zahlreiche Kunstmuseen. Das Münchner Stadtmuseum befindet sich im ehemaligen Zeughaus am Sankt-Jakobs-Platz und beherbergt eine Reihe von verschiedenen Sammlungen und Museen: Die Sammlung für Skulpturen und angewandte Kunst, das Filmmuseum München, das Fotomuseum, die Sammlung für Grafik, Plakat, Gemälde, die Sammlung für Mode und Textilien, die Musiksammlung (Musikinstrumentensammlung), die Sammlung für Puppentheater und Schaustellerei sowie die Sammlungen zur Stadtkultur und Volkskunde. Aus den Beständen der verschiedenen Sammlungen werden regelmäßig Ausstellungen kuratiert, die entweder sammlungsspezifisch (zum Beispiel im Fotomuseum) oder sammlungsübergreifend (zum Beispiel die Ausstellung „Typisch München“) konzipiert sind. Darüber hinaus unterhält die Stadt München verschiedene Galerien wie etwa die Lothringer13, die Kunstarkaden, die Rathausgalerie, das MaximiliansForum oder die Artothek, wo Kunstwerke entliehen werden können. Im Hackenviertel der Innenstadt liegt das Museum of Urban and Contemporary Art. Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung befindet sich in der Theatinerstraße. Das Residenzmuseum (vor allem mit der Schatzkammer der Residenz) befindet sich in der ehemaligen Residenz der Wittelsbacher in Münchens Altstadt und ist eines der bedeutendsten Schlossmuseen Europas. Festsäle, Prunkräume oder Hofkapellen bayerischer Herrscher vermitteln einen Einblick in historische Raumensembles verschiedener Epochen mit bedeutenden Exponaten der Wittelsbacher Sammlungen von Silber, Porzellan, Miniaturen, Gemälden, antiken Skulpturen, Bronzeplastiken, Tapisserien, Möbeln, Uhren, Kerzenleuchtern und Lüstern. Die Staatliche Münzsammlung ist ebenfalls in der Residenz untergebracht.

    In Oberföhring findet sich die Sammlung Goetz, die ebenfalls Wechselausstellungen in einem Museumsbau von Herzog & de Meuron präsentiert.

    Im Schloss Nymphenburg befinden sich neben den Schauräumen das Marstallmuseum sowie die Nymphenburger Porzellansammlung.

    Naturkundemuseen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    In Schloss Nymphenburg ist auch das naturkundliche Museum Mensch und Natur angesiedelt. Darüber hinaus gibt es in der Stadt weitere Museen für die bisher nicht zusammengefassten naturwissenschaftlichen Sammlungen des Staates, so das Paläontologische Museum, das Museum Reich der Kristalle sowie die Anthropologische Staatssammlung, das Geologische Museum München, die Botanische Staatssammlung und die Zoologische Staatssammlung München. Ein Publikumsmagnet, auch durch die prominente Lage in der Innenstadt, ist das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum, das auch kulturgeschichtliche Aspekte abdeckt.

    Kulturmuseen und Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Neben ihren kunsthistorischen Sammlungen haben das Nationalmuseum und das Stadtmuseum auch Ausstellungen zur Kulturgeschichte. Gegenüber dem Münchner Stadtmuseum befindet sich ein weiteres städtisches Museum: Das Jüdische Museum, das dort mit der neuen Synagoge und dem jüdischen Gemeindezentrum das neue Jüdische Zentrum bildet. Das NS-Dokumentationszentrum in der Brienner Straße dient der Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Folgen des NS-Regimes. Darüber hinaus gibt es in der Stadt mehrere Gedenkstätten für Opfer des Nationalsozialismus. Der Erinnerungsort Olympia-Attentat liegt im Olympiadorf.

    NS-Dokumentationszentrum München

    Im Alten Hof sind der Infopoint Museen und Schlösser in Bayern und die Ausstellung Münchner Kaiserburg untergebracht. Das kleinste Museum der Stadt ist das Karl-Valentin-Musäum in einem der beiden Türme der ehemaligen Stadtbefestigungsanlage am Isartor; es zeigt Exponate zu Leben und Werk des Künstlers Karl Valentins. Nicht viel größer ist das Spielzeugmuseum im Alten Rathausturm. Nicht weit entfernt liegen das Bier- und Oktoberfestmuseum und das Münchner Feuerwehrmuseum. Am Hofgarten ist das Deutsche Theatermuseum untergebracht. In Schloss Blutenburg befindet sich seit 1998 ein literarisches Museum zu Leben und Werk von Michael Ende, dessen Teilnachlass die dortige Bibliothek besitzt. Das Alpine Museum auf der Praterinsel der Isar ist ein Museum des Deutschen Alpenvereins zur Geschichte des Alpinismus.

    Technikmuseen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Deutsche Museum auf der Museumsinsel der Isar mit weltweit einmaligen technischen Exponaten gehört mit über einer Million Besucher pro Jahr zu den meistbesuchten Museen Europas und ist das größte technisch-naturwissenschaftliche Museum der Welt. Zweigstellen sind die Flugwerft Schleißheim und das neu eröffnete Verkehrsmuseum an der Theresienwiese.

    Weiter besteht als städtisches Verkehrsmuseum das MVG Museum. Daneben gibt es mit dem BMW Museum, dem BMW Group Classic und dem Museum im SiemensForum München Sammlungen zur Firmengeschichte in München ansässiger Technikkonzerne.

    Bildende Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    In der Spätgotik gab es in München eine erste kulturelle Blüte, als unter anderem Erasmus Grasser und Jan Polack in der Stadt arbeiteten. In der Renaissancezeit wurde die Stadt zu einem Zentrum der Bildhauer, das von Hubert Gerhard und Hans Krumpper geprägt wurde. Als Maler waren in dieser Zeit Barthel Beham, Hans von Aachen und Peter Candid in München tätig. Im 18. Jahrhundert erlebte die Stadt ein Goldenes Zeitalter der bildenden Kunst, das von Persönlichkeiten wie Cosmas Damian Asam, Egid Quirin Asam, Johann Michael Fischer, François de Cuvilliés, Ignaz Günther, Johann Baptist Zimmermann und Johann Baptist Straub bestimmt wurde.

    Im 19. Jahrhundert gab es eine zweite Blüte der Erzgießerei, als Johann Baptist Stiglmaier und Ferdinand von Miller in der Stadt arbeiteten.

    Von etwa 1850 bis 1914 entwickelt sich München zu einem der Zentren der europäischen Malerei. Im Umfeld der Königlichen Akademie der Bildenden Künste entsteht die Münchner Schule. Bis heute hat diese große kunstgeschichtliche Bedeutung als Vertreter der akademischen Malerei. Bekannte Lehrkräfte an der Akademie waren u. a. Karl von Piloty, Wilhelm von Diez, Arthur von Ramberg und Nikolaus Gysis. Aus dem Umfeld der Akademie (und als Abspaltung der Münchner Künstlergenossenschaft) entstand die Münchener Secession mit Mitgliedern wie Max Liebermann, Franz von Stuck, Lovis Corinth, Ernst Oppler und Walter Leistikow.

    Der Blaue Reiter wurde 1911 ins Leben gerufen und ließ München schließlich zu einem Zentrum moderner Kunst aufsteigen. Mitglieder waren Paul Klee, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke und Alfred Kubin.

    1919 wurden die ersten Studios der Bavaria Film in Geiselgasteig – einem Ortsteil der Gemeinde Grünwald im Süden Münchens − errichtet.

    Literarisches Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im 14. Jahrhundert verfasst Heinrich von München seine Weltchronik. Im 15. Jahrhundert wirken unter anderen Hans Schiltberger und Ulrich Fuetrer in der Stadt. Der Stadtschreiber Minervius übersetzt 1537 erstmals Homer ins Deutsche, auch Martinus Balticus wirkte damals in München. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts besteht in München ein Dichterkreis, dem auch Jakob Balde und Jeremias Drexel angehören.

    Mit der Aufklärung setzt auch in München neues literarisches Schaffen ein, Hauptvertreter ist Lorenz von Westenrieder. Danach entsteht in München ein literarischer Kreis der Romantik um Görres und Schelling.

    Im 19. Jahrhundert lebten unter anderen Fjodor Tjutschew, Heinrich Heine, Friedrich Hebbel und Hans Christian Andersen für längere Zeit in München.

    Das literarische Leben der Stadt mit seinem Zentrum in Schwabing nahm in den letzten Jahrzehnten des Königreiches Bayern einen großen Aufschwung und wurde geprägt von Schriftstellern wie Paul Heyse, Lena Christ, Ludwig Thoma, Thomas Mann, Rainer Maria Rilke und Frank Wedekind.

    In der Weimarer Republik waren die bekanntesten literarischen Münchner Repräsentanten Lion Feuchtwanger, Annette Kolb, Bertolt Brecht und Oskar Maria Graf.

    Später gelangte der in München geborene Schriftsteller Eugen Roth zu literarischem Ruhm, und viele Schriftsteller wie Erich Kästner, Wolfgang Koeppen und Michael Ende lebten und arbeiteten in der Stadt.

    Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    München besitzt eine sehr reichhaltige Theater-, Ballett- und Opernkultur mit fünf staatlichen, drei städtischen und über fünfzig privaten Bühnen. Die bedeutendsten Spielstätten sind das Nationaltheater München (Bayerische Staatsoper, Bayerisches Staatsballett), das Residenztheater (Bayerisches Staatsschauspiel), das Staatstheater am Gärtnerplatz (Oper, Operette, Tanz und Musical), das Prinzregententheater (u. a. Bayerische Theaterakademie August Everding, staatliche Theater, Konzerte), das Schauspielhaus (Münchner Kammerspiele), die Schauburg (auch: SchauBurg), das Münchner Volkstheater sowie das Deutsche Theater.

    Musiktheater, Oper und Ballett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das musikalische Leben der Stadt hat eine lange Tradition. Hier wirkten bedeutende Komponisten wie Orlando di Lasso, Carl Maria von Weber, Gustav Mahler, Richard Strauss und Carl Orff. Im Salvatortheater wurde 1775 Wolfgang Amadeus Mozarts La finta giardiniera uraufgeführt, 1781 folgte im Cuvilliés-Theater die Weltpremiere seines Idomeneo. Im Nationaltheater kamen unter Ludwig II. mehrere Opern Richard Wagners zur Uraufführung. Im Musiktheater sind vor allem die Bayerische Staatsoper und das Staatstheater am Gärtnerplatz zu nennen, die jeweils über eine eigene Ballettkompanie verfügen: das Bayerische Staatsballett und das Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Die von Hans Werner Henze gegründete Münchner Biennale widmet sich modernem Musiktheater.

    Sprechtheater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    In der Sparte Sprechtheater sind die bedeutendsten Bühnen der Stadt das Bayerische Staatsschauspiel, die Münchner Kammerspiele und das Münchner Volkstheater. Seit den Premieren von Gotthold Ephraim Lessing 1775 haben viele bekannte Autoren in München ihre Stücke zur Uraufführung gebracht, darunter Christian Friedrich Hebbel, Henrik Ibsen, Hugo von Hofmannsthal und Ingmar Bergman. Von den privaten Bühnen ist das Metropoltheater bereits mehrfach ausgezeichnet worden und auch das Münchner Sommertheater, ein Freilichttheater im Englischen Garten, zieht jährlich tausende Zuschauer an. Boulevardtheater bietet die Komödie im Bayerischen Hof – meist mit prominenten Schauspielern in den Hauptrollen.

    Im Kinder- und Jugendtheater spielt die Schauburg der Stadt München eine zentrale Rolle. Daneben gibt es noch verschiedene andere private Bühnen für Kinder, wie etwa das Münchner Theater für Kinder oder das Münchner Marionettentheater. Das Marionettentheater Kleines Spiel spielt dagegen nahezu ausschließlich am Abend und für Erwachsene.

    Kabarett und Zirkus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im Kabarettbereich sind die Münchner Lach- und Schießgesellschaft, das Wirtshaus am Hart, das Theater im Fraunhofer, das Lustspielhaus oder der Schlachthof wichtige Bühnen der Stadt. Unter den Münchner Kabarettisten ragen z. B. Karl Valentin, Dieter Hildebrandt, Ottfried Fischer oder Gerhard Polt hervor.

    Mit dem 1905 gegründeten Circus Krone hat der größte Zirkus Europas in München seinen festen Wintersitz im Kronebau.

    Orchester und Chöre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Münchner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und das Bayerische Staatsorchester zählen zu den bedeutendsten deutschen Orchestern und arbeiten regelmäßig mit den international renommierten Dirigenten zusammen. Zudem genießen die Münchner Symphoniker und das Münchener Kammerorchester einen sehr guten Ruf.

    Wichtige Chöre sind u. a. der Philharmonische Chor München, der Chor des Bayerischen Rundfunks, der Münchener Bach-Chor, der orpheus chor münchen, MünchenKlang oder der Tölzer Knabenchor, dessen Studio sich in Solln befindet und bei dem die Mehrheit der Knaben aus München stammt.

    Die wichtigsten Spielstätten für Orchester und Chöre in München sind die Philharmonie im Gasteig (2387 Plätze), das Prinzregententheater (1081 Plätze) oder der Herkulessaal (1270 Plätze) in der Münchner Residenz. Bis heute fehlt jedoch München ein optimal klingender Konzertsaal, was häufig zu Debatten führte und schließlich im Frühjahr 2015 zu einer Kundgebung für den Bau eines neuen Konzerthauses mündete, welche vom studentisch geprägten Chor- und Orchesterensemble MünchenKlang initiiert wurde.[99] Im Dezember 2015 entschied der Freistaat Bayern, den Konzertsaal im Werksviertel am Ostbahnhof zu bauen.[100]

    Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    München verfügt über mehrere Kinos. Das mit 14 Sälen größte Kino Münchens, das auch für viele Filmpremieren genutzt wird, ist das zwischen Stachus und Hauptbahnhof gelegene Mathäser Multiplex Kino. Neben diesem gibt zahlreiche weitere Kinos, einige haben sich dabei auf Vorführungen im Originalton oder auf einzelne Filmgenres spezialisiert. Das CINEMA-Filmtheater in der Maxvorstadt führt etwa Filme in der Originalversion und Live-Übertragungen vor. Im Sommer geöffnete Open-Air-Kinos sind das Kino, Mond und Sterne im Westpark und das Open Air Kino am Olympiasee. Das älteste noch im Betrieb befindliche Kino Münchens ist das 1910 eröffnete Museum Lichtspiele. 2019 schloss das noch mit einem Eröffnungsdatum von 1907 noch ältere Gabriel Filmtheater. Geschichtsträchtig sind auch das 1912 eröffnete Neues Maxim sowie das 1913 eröffnete Filmtheater Sendlinger Tor. Neben diesen gibt es auch das Filmmuseum München, das ebenfalls Filme vorführt. Das erste IMAX-Kino Deutschlands war das IMAX München, welches allerdings 2010 endgültig geschlossen wurde.

    Elektronische Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Elektronische Musik begann mit der Gründung des Siemens-Studios für elektronische Musik in den 1950er Jahren. Leiter war der Komponist Josef Anton Riedl.

    München spielte auch eine bedeutende Rolle für die Entwicklung der elektronischen Musik, als Giorgio Moroder, der die am Synthesizer komponierte Disco- und damit die elektronische Tanzmusik erfand, sowie die Disco-Sängerin Donna Summer in der Stadt lebten und arbeiteten und hier Welthits wie I Feel Love und Love To Love You Baby in Moroders Musicland Studios produzierten. In den späten 1990er Jahren wurde in München der Electroclash „maßgeblich mit-, wenn nicht sogar erfunden“, als DJ Hell hier internationale Pioniere dieses Musikgenres über sein Label International Deejay Gigolos vorstellte und zusammenstellte.[101]

    Kulturelle und regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Oktoberfest

    Überregional bekannte kulturelle Veranstaltungen sind unter anderem die Opernfestspiele, die Tanzwerkstatt Europa und das Filmfest.

    Zu Beginn des Jahres finden zur Faschingszeit der Tanz der Marktfrauen, das Faschingstreiben am Viktualienmarkt sowie am Aschermittwoch das traditionelle Geldbeutelwaschen am Fischbrunnen auf dem Marienplatz statt. Im Februar und März folgt dem Aschermittwoch die „Starkbierzeit“, die mit verschiedenen Veranstaltungen begangen wird – zum Beispiel mit dem Derblecken auf dem Nockherberg, das alljährlich vom Bayerischen Rundfunk übertragen wird.

    Im März locken neben dem Sankt-Patricks-Tag die Münchner Bücherschau junior Besucher an, die als Großveranstaltung neben Kinder- und Jugendliteratur die Leseförderung in den Mittelpunkt stellt. Zur Osterzeit findet in München am Karsamstag ein Ostermarsch statt. Im April findet das Frühlingsfest auf der Theresienwiese statt – ein Volksfest, das kleiner als das berühmte Oktoberfest ist.

    Am ersten Mai findet das Kultur- und Familienfest am Marienplatz statt. Es folgt am ersten Maiwochenende der Beginn der ersten neuntägigen Auer Dult (Maidult) des Jahres im Münchner Stadtteil Au. Seit 1988 findet alle zwei Jahre ein internationales Festival für neues Musiktheater statt: die Münchener Biennale. Zwischen Mai und August findet die Münchner Bladenight statt, Europas größte Nachtskate-Veranstaltung. Im Mai und September findet der Corso Leopold statt.

    Anfang Juni findet mit dem StuStaCulum Deutschlands größtes von Studenten organisiertes Musik- und Theaterfestival im Münchner Stadtteil Freimann statt. Mitte Juni wird alljährlich an einem Wochenende zwischen Marienplatz und Odeonsplatz der Münchner Stadtgeburtstag gefeiert. Darüber hinaus finden im Juni verschiedene Festivals statt: das Streetlife Festival, das Comicfestival München, das Munich International Short Film Festival sowie Ende Juni/Anfang Juli das Filmfest München, das zweitgrößte Filmfestival Deutschlands.

    Im Juni und Juli finden das Tollwood-Festival auf dem Olympiapark Süd, die Münchner Opernfestspiele sowie die Münchner Radlnacht statt.

    Wichtige Veranstaltungen im Juli sind der Christopher Street Day, der traditionelle Kocherlball, der Münchner Sommernachtstraum, das Impark Sommerfestival, das Theatron-Festival, das Münchner Sommertheater, das Japanfest München am dritten Sonntag beim Japanischen Teehaus hinter dem Haus der Kunst. Ende Juli zieht die zweite Auer Dult (Jakobidult) sowie Bell’Arte – Musikalischer Sommer im Brunnenhof der Münchner Residenz Besucher an.

    In den ersten zehn Augusttagen findet an verschiedenen Veranstaltungsorten in München die Tanzwerkstatt Europa statt, ein Festival für internationalen zeitgenössischen Tanz. Im Olympiapark wird ebenfalls im August das Sommerfest sowie das Lilalu & Kultur- und Familienfestival veranstaltet. Alle zwei Jahre findet Mini-München, ein Planspiel für Kinder statt.

    Mitte September findet das zweite Streetlife Festival und das Münchner Outdoorsportfestival statt und das Oktoberfest beginnt auf der Theresienwiese (die Wiesn), die bis zum ersten Sonntag im Oktober andauert.

    Mitte Oktober beginnt die dritte, neuntägige Auer Dult (Kirchweihdult) und im November findet die Münchner Bücherschau im Gasteig statt. Im November und Dezember findet alle zwei Jahre das Theaterfestival Spielart statt. Kurz vor dem ersten Adventssonntag beginnt das Winter-Tollwood auf der Theresienwiese, das bis Neujahr andauert. Darüber hinaus gibt es in der Adventszeit auf verschiedenen Plätzen in München Christkindlmärkte (zum Beispiel Marienplatz, Weißenburger Platz).

    Die Stadt hat den Förderpreis für Tanz der Landeshauptstadt München ausgelobt.

    Kulturgeschichtspfade und Fahrradrouten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Seit 2001 lassen sich historisch interessante Orte in München über die Kulturgeschichtspfade erkunden. Ausgeschilderte Fahrradrouten sind der Äußere Radlring sowie der RadlRing München.

    Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Gastronomie in München bietet zahlreiche Spezialitäten der bayerischen Küche. Die Weißwurst wurde 1857 in München erfunden und ist die wohl berühmteste kulinarische Spezialität der Stadt. Weiter sind zum Beispiel der Leberkäs bzw. die Leberkässemmel, die Brezn, die Auszogne (ein rundes Schmalzgebäck), die Prinzregententorte und das Münchner Bier zu nennen.

    Spitzengastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Mit dem Gourmet-Restaurant „Atelier“ von Jan Hartwig im Hotel Bayerischer Hof verfügt München über eine von bundesweit zehn Gaststätten, die aktuell mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet sind. Darüber hinaus gibt es im Guide Michelin 2019 drei Restaurants mit jeweils zwei Sternen: „Tantris“ (Hans Haas), „Alois“ (ehemals Restaurant „Dallmayr“, Christoph Kunz) und „EssZimmer“ in der BMW-Welt (Bobby Bräuer). Außerdem werden im Guide Michelin 2019 sieben Münchner Restaurants mit jeweils einem Stern geführt.[102]

    Das 1994 geschlossene Restaurant „Aubergine“ am Maximiliansplatz war unter Eckart Witzigmann im Guide Michelin 1980 die erste Gaststätte in Deutschland, die die Höchstwertung von drei Michelin-Sternen erhielt. Witzigmann hatte zuvor im heute noch immer geöffneten Münchner Restaurant „Tantris“ jeweils als erster in Deutschland einen Stern (Guide Michelin 1974) und zwei Sterne (Guide Michelin 1975) erkocht. Unter Heinz Winkler wurde das „Tantris“ im Guide Michelin 1982 zum zweiten deutschen Drei-Sterne-Restaurant. Diese Auszeichnung hatte bis Winklers Weggang im Jahr 1991 Bestand.

    Nachtleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Nachtleben in München findet heutzutage vor allem im Stadtzentrum (Altstadt-Lehel) und den Stadtbezirken Maxvorstadt, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Au-Haidhausen, Berg am Laim, Schwabing und Sendling statt. Zwischen dem Sendlinger Tor und dem Maximiliansplatz liegt die sogenannte Feierbanane, eine ungefähr 1,3 Kilometer lange inoffizielle Partyzone entlang der Sonnenstraße, die sich durch eine hohe Konzentration von Clubs, Bars und Restaurants auszeichnet und Mitte der 2000er-Jahre zum Zentrum des Münchner Nachtlebens avancierte.

    Das im Stadtbezirk Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt gelegene Gärtnerplatzviertel sowie das Glockenbachviertel um die Müllerstraße sind bekannt für zahlreiche beliebte Bars und gelten als das Zentrum der Münchner Schwulenkultur. Die Maxvorstadt zeichnet sich durch viele kleinere Bars aus, die vor allem bei Studenten beliebt sind, während in Schwabing, einst bekannt für legendäre Clubs wie Big Apple, PN hit-house, Domicile, Hot Club, Piper Club, Tiffany, die erste deutsche Großraumdiskothek Blow Up und die Unterwasserdisko Yellow Submarine,[101] sowie Kneipen wie die Schwabinger 7, in den vergangenen Jahrzehnten das Nachtleben durch Gentrifizierung stark zurückgegangen ist.

    Der 1996 eröffnete Kunstpark Ost und sein bis 2016 bestehender Nachfolger Kultfabrik, ein früheres Industriegelände nahe dem Ostbahnhof in Berg am Laim, waren einst Europas größtes Vergnügungsviertel, beheimateten mehr als 30 Clubs und hatten überregionale Bedeutung für das Nachtleben. In der direkten Nachbarschaft gab es zudem die Optimolwerke und die Georg-Elser-Hallen. Vorher hatte es bereits auf dem Gelände des 1992 aufgegebenen Flughafens München-Riem eine Ansammlung international bekannter Hallen und Clubs gegeben.

    Insgesamt verändert sich durch den hohen Wohnraumbedarf und die starke Gentrifizierung das Münchner Nachtleben vergleichsweise schnell. Orte des Nachtlebens, die internationale Bekanntheit erlangten, waren neben den bereits genannten Szenelokalen der 1960er- und 1970er-Jahre beispielsweise das Tanzlokal Größenwahn, das Atomic Cafe, die Technoclubs Babalu, Ultraschall, KW – Das Heizkraftwerk, Natraj Temple, MMA Club, Die Registratur und Bob Beaman. Von 1995 bis 2001 war in München zudem mit dem Union Move die zeitweise zweitgrößte Technoparade in Deutschland mit bis zu 100.000 Teilnehmern beheimatet.

    Heute wartet München mit mehr als 100 Nachtclubs sowie tausenden Bars und Restaurants auf.[103][104] Bekannte Clubs sind die Technoclubs Blitz Club, Harry Klein, Rote Sonne, Bahnwärter Thiel, Grinsekatze, Pimpernel, Charlie und Palais sowie die Clubs 8 Below, Call me Drella, Cord, Wannda Circus, Tonhalle, Willenlos, Backstage, Pacha, Zenith, P1 und das Partyschiff Alte Utting. Einige bekannte Bars sind Schumann’s Cocktail Bar, Havana Club, Sehnsucht, Bar Centrale, Ksar, Holy Home, Negroni, Die Goldene Bar und Bei Otto.

    Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Wirtschaftsleistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Laut einer Vergleichsstudie der Zeitschrift Wirtschaftswoche, der Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und des Unternehmens IW Consult hat München unter den fünfzig größten deutschen Städten die zweithöchste Wirtschaftskraft. Die neueste Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und des Magazins Wirtschaftswoche erklärte München prognostisch erneut zur wirtschaftlich erfolgreichsten Stadt Deutschlands. Die Studie bewertet wirtschaftliche und strukturelle Indikatoren wie Produktivität, Bruttoeinkommen, Investitionen, Innovationen, Arbeitslosenquote und Zahl der Hochqualifizierten.

    Im Jahre 2016 erbrachte München, innerhalb der Stadtgrenzen, ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 109,571 Milliarden Euro und belegte damit den dritten Platz in der Rangliste der deutschen Städte nach Wirtschaftsleistung. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 75.186 Euro (Bayern: 44.215 Euro, Deutschland 38.180 Euro) und damit deutlich über dem regionalen und nationalen Durchschnitt. 2016 verzeichnete die Wirtschaftsleistung der Stadt ein nominelles Wachstum von 3,9 Prozent. In der Stadt gab es 2017 etwa 1.087.300 erwerbstätige Personen.[105] Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 bei 3,4 Prozent und damit über dem bayerischen Durchschnitt von 2,7 Prozent, jedoch unter dem bundesweiten Durchschnitt.[106] München ist Zentrum der Metropolregion München, die ein BIP von etwa 283 Milliarden Euro erwirtschaftet.[107]

    Im Zukunftsatlas 2016 belegte die kreisfreie Stadt München den zweiten Platz von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „Top Zukunftschancen“. Der erste Platz wurde von dem benachbarten Landkreis München belegt.[108]

    Verschuldung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Hoheitshaushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Quelle: Schuldenstandsentwicklung und -prognose der Stadtkämmerei München[109]

    Zum 31. Dezember 2019 betrug der Schuldenstand der Landeshauptstadt München rund 636 Millionen Euro und lag damit auf dem niedrigsten Stand seit 1982. Die Stadt München kann seit 2006 sämtliche investiven Maßnahmen ohne Nettoneuaufnahme von Krediten finanzieren. Seit dem Schuldenhöchststand von 3,414 Milliarden Euro im Jahr 2005 hat die Stadt bis zum Jahresende 2019 dagegen im Hoheitshaushalt über 2,7 Milliarden Euro Kredite getilgt.

    Dementsprechend errechnet sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von circa 408 Euro. Gegenüber dem Schuldenhöchststand Ende 2005 in Höhe von 3,414 Milliarden Euro ist dies eine Reduzierung um rund 81 Prozent. Für das Jahr 2020 ist weiterhin keine Nettoneuverschuldung geplant.[110]

    Eigenbetriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Eigenbetriebe der Landeshauptstadt München sind Sondervermögen mit Sonderrechnung und ohne eigene Rechtsfähigkeit. Schulden der Eigenbetriebe sind damit Schulden der Landeshauptstadt.

    Die Landeshauptstadt München hat mehrere Eigenbetriebe mit Schulden von insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro.

    Schulden der Eigenbetriebe der Landeshauptstadt München am 31. Dezember 2017
    Betrieb Schulden
    in Euro
    Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) 75.800.000
    Markthallen München 22.000.000
    Münchner Stadtentwässerung 1.038.500.000
    Münchner Kammerspiele 59.400.000
    Dienstleister für Informations- und Telekommunikationstechnik der Stadt München 100.100.000
    Gesamt (5) 1.295.800.000

    Die AWM und die Münchner Stadtentwässerung sind Eigenbetriebe, welche die Refinanzierung ihrer Schulden vollständig über Einnahmen in Form von Gebühren erzielen. Damit belasten sie nicht den Hoheitshaushalt. Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, weil die Münchner Stadtentwässerung über mehr als 50 Prozent der Gesamtschulden der Landeshauptstadt München von etwa zwei Milliarden Euro verfügt.[111] Eigenbetriebe ohne Schulden sind z. B. die Stadtwerke München und die Gemeinnützige Wohnungsfürsorge AG (GEWOFAG).

    Messen und Kongresse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Internationales Congress Center der Neuen Messe München

    Neben Hannover, Frankfurt, Köln und Düsseldorf befinden sich in München die Messen mit den größten Hallen-Ausstellungskapazitäten in Deutschland. München ist vor allem mit der von der Messe München betriebenen Neuen Messe München ein bedeutender Messestandort. Seit 2011 firmiert die Messe München gemeinsam mit dem ICM und dem MOC Veranstaltungscenter München als Messe München Locations.

    Über 500 unterschiedlichste Veranstaltungsstätten bieten einen Rahmen für Kongresse, Symposien und Tagungen: Vom Olympiastadion über Brauereifesthallen, fallen darunter auch die zahlreichen Kongresshotels, dazu kommen auch anmietbare Räume beispielsweise in der Residenz, in Schloss Nymphenburg oder im Deutschen Museum. Wichtige Veranstaltungsorte sind auch die Alte Kongresshalle und die Reithalle.

    Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Sehenswürdigkeiten und die Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt sowie ihre Messen und Kongresse ziehen zahlreiche Touristen und Geschäftsreisende an. Die Fachjury des National Geographic Traveler setzte München 2008 in der weltweiten Rangliste der besten 110 historischen Orte auf den 30. Platz.[112]

    Die Zahl der Übernachtungen wuchs 2009 auf 9,9 Millionen (Plus von 0,6 Prozent).[113] Davon reisten 4,4 Millionen aus dem Ausland an (Minus von 3 Prozent gegenüber 2008). Die US-Amerikaner waren mit 597.000 Übernachtungen (Minus von 2,4 Prozent) die größte ausländische Reisegruppe, gefolgt von Italienern (518.000) und Briten (341.000). Eine Besonderheit Münchens in den Sommermonaten sind die vielen arabischen Touristen aus der Golfregion (271.000 Übernachtungen), die in der Innenstadt nicht nur einkaufen, sondern sich häufig während ihres Aufenthalts in Münchner Kliniken medizinisch versorgen lassen. 2011 machten nach Angaben des Tourismusamtes 102.000 Touristen aus den Golfstaaten in München Urlaub.[114] Mit knapp 5,25 Millionen ausländischen Besuchern stand München 2016 auf Platz 23 der meistbesuchten Städte weltweit und belegte den ersten Platz in Deutschland. Touristen brachten im selben Jahr Einnahmen von 5,3 Milliarden US-Dollar. Die meisten ausländischen Besucher kamen aus Europa, Asien und den Vereinigten Staaten.[115] Die Deutsche Presse-Agentur berichtet 2019 von Einnahmen von „gut acht Milliarden Euro Umsatz im Jahr“.[116] Weltweit an elfter Stelle bei der Touristendichte im Verhältnis zur Einwohnerzahl lag München 2019 als höchstgelegene deutsche Stadt in der Rangliste des Visaantragsunternehmens Offiziell Esta.

    Der vollständige Wegfall des Tourismus, der in München jährlich einen Wirtschaftswert von 8,3 Milliarden Euro generiert, ließ die gesamte touristische Wertschöpfung für die Monate März bis Mai aufgrund der COVID-19-Pandemie ersatzlos ausfallen. Der gesamte Bereich des Messe- und Kongresstourismus liegt aufgrund der nicht stattfindenden Veranstaltungen zumindest bis zur Wiedereröffnung der Messe München im September 2020 brach. Alle Großveranstaltungen wurden für 2020 abgesagt, darunter das Oktoberfest mit Umsatzausfällen von 1,23 Milliarden Euro.

    Für das Gastgewerbe lässt sich der Umsatzausfall aufgrund der statistischen Datenlage nicht eingegrenzt für München benennen. Die bayerischen Zahlen, die auf München mindestens so zutreffen, nennen für April 2020 einen Umsatzrückgang von −76,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat und einen Beschäftigungsrückgang von −28,4 %.[117]

    Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Kaufingerstraße ist eine bekannte Einkaufsstraße in München.

    Der Einzelhandel in München ist vielseitig. Vom preiswerten bis zum Luxussegment sind alle Kategorien abgedeckt. Mit der Neuhauser Straße und der Kaufingerstraße ist München zweifach unter den fünf meistbesuchten Einkaufsstraßen Deutschlands vertreten. Laut einer Untersuchung von Jones Lang LaSalle hatte die Neuhauser Straße mit 13.515 Passanten pro Stunde die bundesweit zweithöchste Besucherfrequenz, lediglich die Schildergasse in Köln war mit 14.265 Passanten pro Stunde häufiger besucht. Nach der Zeil in Frankfurt am Main (13.035 Passanten) war die Kaufingerstraße mit 12.975 Passanten pro Stunde auf dem vierten Platz vertreten. Beide Einkaufsstraßen befinden sich in der günstigen bis mittleren Preiskategorie.[118] Die Leopoldstraße bildet zusammen mit der Hohenzollernstraße das „Schwabinger T“ mit Mietpreisen bis zu 105 Euro pro Quadratmeter.[119] Viele internationale Einzelhandelsunternehmen, insbesondere aus der Mode- und Schmuckbranche, finden sich auf einem Teil der Maximilianstraße und erheben diese zu einer mondänen Einkaufsstraße. Größere Einkaufszentren sind der Euro-Industriepark, das Olympia-Einkaufszentrum, das pep oder die Fünf Höfe.

    Der Einzelhandel in München war in unterschiedlichem Umfang von der COVID-19-Pandemie betroffen. Während Geschäfte des täglichen Bedarfs während der Ausgangsbeschränkungen geöffnet waren und Umsatzzuwächse verzeichnen konnten, erlitt der lokale Einzelhandel andererseits massive Umsatzausfälle. Der Lebensmitteleinzelhandel verzeichnete im April 2020 ein Umsatzplus von 13,4 Prozent, während der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen einen Umsatzeinbruch von −80,2 Prozent aufwies.[120]

    Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    In München und im nahen Münchner Umland haben zahlreiche Unternehmen ihren Firmensitz. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg haben viele Firmen ihre Zentrale aus Berlin oder Ostdeutschland nach München verlegt. Wichtige Wirtschaftszweige in München sind Tourismus, Fahrzeug- und Maschinenbau, Elektrotechnik sowie Software- und IT-Industrie. Die hohe Dichte an IT-Unternehmen hat München auch den Spitznamen „Isar Valley“ eingebracht. München ist auch wichtiger Finanzstandort und das Versicherungszentrum Deutschlands. Weiter ist die Stadt ein wichtiger Standort für Biotechnologie, die sich allerdings im schon zur Nachbargemeinde Planegg gehörenden Ortsteil Martinsried konzentriert. Logistikunternehmen sind beispielsweise im Allacher Gewerbegebiet Kirschstraße angesiedelt, dort ist auch das Industrieunternehmen Krauss-Maffei angesiedelt. Eines der bekanntesten neueren Unternehmen ist Flixmobility.

    Siemens-Forum in München

    Unter den Städten mit Global-500-Unternehmen lag München 2009 weltweit auf Rang 8.[121] Mit Allianz SE, BMW, Münchener Rückversicherung und Siemens sowie seit September 2019 MTU Aero Engines und März 2021 Siemens Energy haben sechs der dreißig DAX-Unternehmen in München ihren Hauptsitz. Damit belegt die Stadt den Spitzenplatz in dieser Statistik. In Stadtrandgemeinden befinden sich weitere DAX-Unternehmen, in Neubiberg ist Infineon beheimatet und trotz eines Firmenzusammenschlusses 2018 ist Linde in Pullach auch weiterhin im DAX zu finden.[122] Auch die Konzernzentrale von MAN befindet sich in München-Allach; allerdings ist das Unternehmen seit September 2012 nicht mehr im DAX vertreten. Bei den Mittelständlern im MDAX sind elf von 60 Unternehmen in München ansässig. In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegte München den 35. Platz (Stand: 2018).[123]

    Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Als Medienstandort ist die Stadt von deutschlandweiter Bedeutung. In München haben weltweit nach New York die meisten Verlage ihren Sitz. Fernseh- und Filmindustrie sind in der Stadt und im unmittelbaren Umland stark vertreten (Fernsehindustrie in Unterföhring und Filmindustrie in Geiselgasteig, zu Grünwald). Mit der Constantin Film, der Bavaria Film und weiteren Unternehmen ist München auch eine der führenden Filmstädte.

    Verlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    München ist mit etwa 250 ansässigen Verlagen ein wichtiger Standort der Druckmedien (beispielsweise Burda Verlag, Süddeutscher Verlag, IDG). Neben New York City hat die Landeshauptstadt den Ruf als führende Buchverlagsstadt der Welt.

    In München finden sich unter anderem folgende Verlage: Deutscher Taschenbuch Verlag, Langenscheidt Verlag, Bonnier, C. H. Beck Verlag, Carl Hanser Verlag, Droemer Knaur, Elsevier, Gräfe und Unzer Verlag, Oldenbourg Verlag, Piper Verlag, Prestel Verlag, Verlagsgruppe Random House, Verlag Antje Kunstmann.

    Zur Geschichte des Buchhandels in München siehe Artikel Münchner Buchhandel 1500–1850.

    Tageszeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Neben der auch bundesweit bedeutsamen Süddeutschen Zeitung (SZ) sind die tz, der Münchner Merkur und die Abendzeitung (AZ) zu nennen. Die Bild erscheint mit einem eigenen Lokalteil über München.

    Hauptfunkhaus des Bayerischen Rundfunks in München

    Fernsehen und Hörfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    München ist Sitz des Bayerischen Rundfunks, der Programmdirektion des ARD-Gemeinschaftsprogramms Das Erste und des ZDF-Landesstudios Bayern. Ferner gibt es in München und im direkten Umland zahlreiche private Fernseh- und Hörfunkanbieter wie RTL II, ProSiebenSat.1 Media (ProSieben, Sat.1, kabel eins), Tele München Gruppe, Sport1, Sky Deutschland, München TV. Zwei landesweite Privatradiostationen haben in München ihren Sitz: Antenne Bayern und egoFM, außerdem gibt es fünf lokale Radiosender: Radio Gong 96.3, Radio Arabella 105.2, Energy München, 95.5 Charivari und Radio2day 89,0.

    Medienausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Ludwig-Maximilians-Universität München bietet verschiedene medienrelevante Studiengänge wie Medieninformatik oder Kommunikationswissenschaft. Die Deutsche Journalistenschule bildet in München Journalisten für sämtliche Medien aus. Die Münchner Hochschule für Film und Fernsehen bildet zukünftige Filmemacher aus, von denen viele zukünftig für das Fernsehen und den Hörfunk arbeiten. Darüber hinaus bilden Münchner Zeitungsverlage, Fernseh- und Radiosender in Volontariaten künftige Medienmacher aus.

    Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Versorgung mit Rundfunk- und Fernsehsendern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im Sommer 2005 wurde der digitale Rundfunkempfang über Antenne (DVB-T) im Münchner Raum eingeführt. Der Sender ist auf dem Olympiaturm montiert, wovon auch einige UKW-Sender übertragen werden. Im Landkreis München existiert die Sendeanlage Ismaning, die den Bayerischen Rundfunk mit dem Lokalfenster München überträgt. Außerdem gibt es den Fernmeldeturm der Oberpostdirektion München in der Blutenburgstraße, der unter anderem die Sender EgoFM überträgt. Sein Signal reicht aufgrund seiner geringen Sendeleistung abhängig vom Programm jedoch nur etwa bis an die Stadtgrenzen.

    Der 65 Kilometer entfernte Sender Wendelstein auf dem gleichnamigen Berg versorgt vor allem die südlichen Stadtteile. Drei Ausnahmen seien zu erwähnen: der Sender Zugspitze, der Sender Hochries bei Rosenheim sowie der Sender Isen bei Ebersberg. Sie versorgen München auch mit privaten Radioprogrammen.

    Da München eine günstige geographische Lage unweit den Alpen hat, können mehrere Sender auf Gipfeln der bayerischen und österreichischen Berge die Stadt ebenso mit Radioprogrammen versorgen, z. B. der Sender Grünten, der Sender Hohenpeißenberg etc.

    Der reibungslose Empfang des Österreichischen Rundfunks (ORF) wird über den Sender Gaisberg bei Salzburg garantiert, der im gesamten Stadtgebiet verhältnismäßig gut zu empfangen ist, ebenso der Sender Hohe Salve in Tirol oder der ORF-Sender Zugspitze.

    Strom, Wasser und Gasversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Stadtwerke München GmbH (SWM) sind einer der größten deutschen kommunalen Dienstleister und eines der größten Energieversorgungsunternehmen Deutschlands. Alleingesellschafterin ist die Landeshauptstadt München.

    Unter dem Namen „M-Strom“ vertreiben die SWM Strom an Privat- und Geschäftskunden. Die SWM sind im Stadtgebiet München und der Münchner Region Betreiber von zwölf Wasserkraftwerken, mehreren Anlagen, die Strom aus regenerativer Energie erzeugen und den drei Heizkraftwerken Süd, Nord und Freimann, die rund 70 Prozent des Stroms mit Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen. Die SWM sind mit ihren Beteiligungsgesellschaften auch zu 25 Prozent am Kernkraftwerk Isar 2 beteiligt.

    Als Teil des europäischen Verbundnetzes versorgen die SWM ihre Kunden mit Erdgas. Dafür steht ein eigener Untertagespeicher zur Verfügung. Die SWM betreiben acht Erdgastankstellen in München, an denen regeneratives Biomethan getankt werden kann.

    In ihren Heizkraftwerken und Heizwerken erzeugen die SWM Fernwärme, die über 800 Kilometer Dampf- und Heißwassernetze an große Gebäude und Hausanschlüsse verteilt wird und zur Heizung und Bereitung von Warmwasser genutzt wird. Durch Entnahme von an einem unterirdischen Bauwerk aufgestauten Grundwasser wird über ein Rohrnetz auch Fernkälte für Industriekunden umweltfreundlich zur Verfügung gestellt. Das leicht erwärmte Grundwasser wird anschließend wieder dem Grundwasserstrom zugeführt.

    Das Trinkwasser für München stammt aus dem oberen Mangfalltal, dem Loisachtal bei Oberau und der Münchner Schotterebene und fließt von dort durch Zuleitungen in das Münchner Wassernetz. Der ökologische Landbau wird in den Wassergewinnungsgebieten durch die Initiative „Öko-Bauern“ gefördert.

    Die Abwasserwirtschaft obliegt der Münchner Stadtentwässerung, ein Eigenbetrieb der Landeshauptstadt München.

    Abfallwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) ist ein Entsorgungsbetrieb im Stadtteil Moosach. Er ist als Eigenbetrieb für die Müllentsorgung zuständig und ist der größte kommunale Entsorgungsbetrieb in Deutschland.

    Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Fahrradverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Radweg in der Residenzstraße

    Das Münchner Radwegenetz ist mehr als 1200 Kilometer lang und entspricht mehr als 50 Prozent der gesamten Länge des Münchner Straßennetzes. 212 Einbahnstraßen sind in beide Fahrtrichtungen offen und auf 55 Fahrradstraßen haben die Radfahrer Vorrang. Für Radfahrer existieren im Stadtgebiet etwa 25.000 Fahrradständer und an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs (Münchner Verkehrs- und Tarifverbund) befinden sich darüber hinaus 50.000 Stellplätze für Fahrräder („Radeln-und-mitfahren-Stellplätze“) (Stand: 2010).

    Von 1992 bis 2010 wurden für den Ausbau des Radverkehrsnetzes sowie neue Fahrradständer 32 Millionen Euro investiert. Seit 2007 wird sukzessive das Wegweisersystem des Münchner Radwegnetzes verbessert, indem die alten Schilder durch neue grün-weiße Beschilderungen ersetzt werden, deren Schrift doppelt so groß ist und die Ziele sowie Entfernungsangaben enthalten. Ausgeschilderte Fahrradrouten verbinden Knotenpunkte der Stadt auf Wegen, die gut für Radfahrer geeignet sind, indem sie Behinderungen durch Kraftverkehr, Fußgänger sowie Lichtzeichenanlagen minimieren. Ferner führt um die Stadt herum der RadlRing München.

    2008 machte der Fahrradverkehr 14 Prozent des Verkehrsaufkommens in München aus. Unter anderem aus Klimaschutzgründen beabsichtigte die Landeshauptstadt München bis 2015 den Anteil des Fahrradverkehrs auf 17 Prozent zu erhöhen. Dieses Ziel wurde bereits 2011 erreicht.[124] Dafür setzt die Landeshauptstadt München zusätzliche finanzielle Mittel für die Infrastruktur, Öffentlichkeitsarbeit sowie Veranstaltungen ein. So wurden zum Beispiel die Gelder zur Förderung des Radverkehrs ab 2010 auf 4,5 Millionen Euro verdreifacht. Von 2010 bis 2018 unterstützte[125] die Landeshauptstadt München den Infrastrukturausbau z. B. mit der Radfahrinitiative „Radlhauptstadt“.[126] Im sogenannten „Fahrradklima-Test“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) fiel die Stadt deutschlandweit seitdem von Platz 11 im Jahr 2013 auf Platz 13 im Jahr 2017 zurück, hinter anderen großen Städten wie beispielsweise Frankfurt am Main oder Bremen.[127][128] In einer Studie von Greenpeace lag München 2017 mit jährlichen Ausgaben von 2,30 Euro pro Einwohner auf dem letzten Platz der sechs bevölkerungsreichsten deutschen Städte.[129]

    2017 wurde mit dem Münchner Radschnellweg Bayerns erste „Fahrradautobahn“ von München nach Unterschleißheim bzw. Garching beschlossen. Die Fertigstellung war für 2019 geplant,[130] jedoch kam es erst im Juli 2019 zur endgültigen Festlegung des Verlaufs. Der Baubeginn ist weiterhin unklar und soll erst nach einer weiteren Abstimmung erfolgen.[131]

    Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Schienennetz des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds mit Metrobuslinien

    Im öffentlichen Personennahverkehr betreibt die S-Bahn München ein Netz von acht S-Bahn-Linien, wobei alle Hauptlinien im Bereich der Innenstadt in einem zentralen Stammstreckentunnel gebündelt sind. Um diesen bis an das technisch Machbare ausgelasteten Tunnel zu entlasten, wird derzeit der Bau einer parallel verlaufenden zweiten Stammstrecke vorbereitet. Die zweite Stammstrecke soll voraussichtlich 2028 in Betrieb genommen werden.[132] Die Express-S-Bahn wird im Halbstundentakt fahren und 30 Minuten vom Hauptbahnhof zum Flughafen brauchen, also 10 Minuten weniger als bisher.[133]

    Als ergänzendes Konzept für tangentiale Verbindungen ist die Münchner Ringbahn in der Diskussion. Bis zum Jahr 2026 könnte laut einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2019 ein S-Bahn-Pendelverkehr auf Teilen des Nordrings zwischen Karlsfeld und Euro-Industriepark möglich sein.[134]

    Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), eine Tochter der Stadtwerke München, betreibt acht U-Bahn-Linien, 13 Straßenbahnlinien und ein umfangreiches Busnetz mit 75 Linien (Stand: Juni 2018).[135][136] Von 1948 bis 1966 verkehrte außerdem der Oberleitungsbus München in der Stadt.

    Der Verkehr im Busnetz ist dabei zu etwa 63 Prozent an private Kooperationspartner ausgelagert.[137] Das U-Bahn-Netz Münchens ist 95 km lang und befördert jährlich 410 Millionen Menschen. Insgesamt befördert der MVG jährlich etwa 585 Millionen Personen.[138]

    Alle öffentlichen Verkehrsmittel Münchens fahren zum einheitlichen Tarif innerhalb des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV).

    Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Autobahnen und Mittlerer Ring

    München hält mehrere Rekorde zum Verkehrsfluss. In den 1960er-Jahren wurde der Stachus das verkehrsreichste Straßenkreuz Europas. Die Donnersbergerbrücke gilt heute als die meistbefahrene Autobrücke Europas. Es existieren über 5000 Straßen und Plätze sowie 1100 Lichtzeichenanlagen.[139] Der größte Teil des Mikroplastiks entsteht in München durch den Reifenverschleiß im Straßenverkehr, wovon beispielsweise ein erheblicher Anteil ungefiltert in die Isar gespült wird.[140][141] Obwohl sich die Landeshauptstadt München bemüht, das Angebot an Alternativen zum Kraftfahrzeug mit besseren Bedingungen für Radfahrer und einem besseren öffentlichen Nahverkehr auszubauen, verzeichnete die Kraftfahrzeug-Zulassungsbehörde Ende 2016 einen neuen Höchststand von über 700.000 in München gemeldeten Personenkraftwagen.[142] Gleichzeitig verbringen Autofahrer in München deutlich mehr Zeit im Verkehrsstau als in jeder anderen deutschen Großstadt, 2017 waren es 51 Stunden.[143][144][145][146][147] Im Mai 2019 hat der Stadtrat entschieden, die Parkplätze in der Fraunhoferstraße aufzuheben und durch Radwege zu ersetzen.[148]

    Das Straßennetz Münchens litt unter Fehlplanungen eines lange Zeit vorherrschenden städtebaulichen Zentrismus. Die Stadt befürchtete wirtschaftliche Verluste, wenn insbesondere der neu aufkommende Urlauberverkehr nach Italien nicht mehr in der Stadt anhalten, sondern sie umfahren würde. Deshalb wurde der bereits in der Vorkriegszeit trassierte Münchner Autobahnring nicht zügig in den 1950er-Jahren in Angriff genommen. Zögerlich wurde in den 1960er-Jahren als Ersatz der Mittlere Ring (Bundesstraße 2 R) gebaut. Der die Stadt umgebende Autobahnring, die Bundesautobahn 99, ist bis heute nicht vollständig geschlossen. Darüber hinaus führen sieben Bundesstraßen durch München, wobei die Bundesstraße 471 weitgehend parallel zum heutigen Autobahnring verläuft.

    In München wurde ab dem 1. Oktober 2008 eine Umweltzone eingerichtet. Sie umfasst die Straßen innerhalb des Mittleren Rings. Der Mittlere Ring selbst gehört nicht zur Umweltzone, um nachteilige Verlagerungen des Verkehrsflusses zu vermeiden. Die Umweltzone darf ausschließlich mit Kraftwagen mit einer Feinstaubplakette befahren werden.[149]

    Auf 85 bis 90 Prozent des Münchner Straßennetzes gilt Tempo 30. Das grundsätzliche Tempo-50-Limit (gelegentlich 60) beschränkt sich damit überwiegend auf den Mittleren Ring sowie große Ein- und Ausfallstraßen.[150]

    Folgende Bundesstraßen führen durch München:

    • B2 Grenze/PL – Berlin – Leipzig – Nürnberg – Augsburg – München – Garmisch-Partenkirchen – Grenze/A
    • 2R Mittlerer Ring/München
    • B11 Grenze/CZ – Landshut – München – Kochel am See – Grenze/A
    • B12 Lindau (Bodensee) – München (als A 94/A 96) – Passau – Grenze/CZ
    • B13 Würzburg – Ingolstadt – München – Bad Tölz
    • B304 Dachau – München – Freilassing

    Autobahnen, die in München beginnen oder dorthin führen, sind die:

    • A8 Karlsruhe – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München – Rosenheim – Salzburg
    • A9 München – Nürnberg – Leipzig – Berlin; über die A93 nach Regensburg bzw. Hof/Oberfranken bzw. die A72 nach Dresden
    • A92 München – Landshut – Deggendorf
    • A94 (im Bau) München – Passau/Wien
    • A95 München – Garmisch-Partenkirchen
    • A96 München – Memmingen – Lindau (Bodensee)
    • A99 Autobahnring München
    • A995 München – Kreuz München-Süd/A8

    Pendlerverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    355.000 Pendler mit Wohnort außerhalb der Stadtgrenze fahren täglich nach München zur Arbeit.[151]

    Überregionaler Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Frontansicht des Zentralen Omnibusbahnhofs München von der Hackerbrücke (2014)

    Der Zentrale Omnibusbahnhof München (ZOB) stellt einen wichtigen