Liste der größten Monolithen der Welt

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Relozierung des 361 t schweren Vatikan-Obelisken durch Domenico Fontana 1586; hier die Niederlegung.

Die folgenden Tabellen listen die größten Monolithen der Welt nach ihrem Gewicht (in t) auf. Ein Monolith im Sinne dieser Liste ist ein von Menschenhand aus dem Mutterfels gelöster Stein, der aus einem einzigen Stück besteht.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Verwendung von Monumentalsteinen besteht die eigentliche technische Herausforderung im Transport vom Steinbruch und der Aufstellung am Bestimmungsort; dies legt eine Unterteilung in vier Kategorien nahe, nämlich in solche Monolithen, die

Die beiden letztgenannten Operationen erfordern den Einsatz von Kränen, die im griechisch-römischen Kulturraum seit dem Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. nachweisbar sind.[1]

Achtung: Die Gewichtsangaben beruhen praktisch nirgends auf Wägungen, sondern Schätzungen des Volumens und der Dichte des Steins (Gewicht = Volumen × Dichte). Erschwert wird die Ermittlung präziser Abmessungen häufig dadurch, dass die Monolithen mittlerweile zerbrochen sind, sich im verbauten Zustand befinden oder – wie etwa Kolossalstatuen – keine leicht kalkulierbare geometrische Form aufweisen. Zur Bestimmung der Gesteinsart werden normalerweise keine Gesteinsproben entnommen, sondern Standardwerte zugrunde gelegt (z. B. 2,75 t/ für Marmor). Dies führt zu einer großen Streubreite an Gewichtsangaben in der Fachliteratur, so dass das Zahlenmaterial nur begrenzt belastbar ist und besser als Indikator der Größenordnung denn als genauer Wert aufgefasst werden sollte.

Monolithen im Steinbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Liste führt Monolithen auf, die im Steinbruch verblieben sind und an ihrer Unterseite zumeist nicht vollständig vom Muttergestein abgetrennt wurden.

Bild Masse
in t
Name/Stätte Typ Ort Erbauer Bemerkung
1.650[2] Unbenannter Monolith II Baustein Baalbek (Libanon) Römisches Reich 19,6 m lang, 6,5 m breit, mind. 5,5 m hoch; erst 2014 entdeckt; liegt neben dem Stein der schwangeren Frau[2]
Neuentdeckter, noch unbenannter Monolith 1.242[3] Unbenannter Monolith I Baustein Baalbek (Libanon) Römisches Reich 19,5–20,5 m lang, 4,34–4,56 m breit, 4,5 m hoch; erst in den 1990er Jahren entdeckt
Unvollendeter Obelisk von Assuan 1.100[4] Unvollendeter Obelisk Obelisk Assuan (Ägypten) Altes Ägypten 41,75 m lang, 2,5–4,4 m breit
Stein des Südens 1.000[5] Stein der schwangeren Frau (auch „Stein des Südens“) Baustein Baalbek (Libanon) Römisches Reich 20,31–20,76 m lang, 4–5,29 m breit, 4,21–4,32 m hoch
1.207[6] N.N. Säulenschaft Mons Claudianus (Ägypten) Römisches Reich Ca. 17,7 m lang[7]

Transportierte Monolithen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Liste führt Monolithen auf, die über Land und ggf. auch zu Wasser befördert wurden.

Bild Masse
in t
Name/Stätte Typ Ort Erbauer Bemerkung
Der Donnerstein, darauf das Reiterdenkmal Peters des Großen 1.250[8] Donnerstein Felsblock St. Petersburg (Russland) Russisches Kaiserreich 6 km über Land gezogen, danach Schifftransport
Kolossalstatue des Ramses II. 1.000[9] Ramesseum Statue Theben (Ägypten) Altes Ägypten Fast 19 m hoch, roter Assuan-Granit, um 1260 v. Chr.
Podium des Jupitertempels mit den Trilithos (obere Reihe) 800[10] Trilith/
Jupitertempel von Baalbek
Bausteine, drei Baalbek (Libanon) Römisches Reich Podium des Jupitertempels
Memnonkolosse 700[11] Memnonkolosse Statuen, zwei Theben (Ägypten) Altes Ägypten Die nördliche der beiden Statuen ist nach teilweisem Einsturz und Restauration in römischer Zeit aus mehreren Steinen zusammengesetzt.
'Western Stone' 1.550–600 Klagestein/
Klagemauer
Baustein Jerusalem (Israel) Altes Israel (Juden)
'Stelenpark in Axum' 1.517 Große Stele von Aksum Stele Aksum (Äthiopien) Aksumitisches Reich Große Stele liegend (aufgerichtete Höhe 33 m) hinter der aus Italien 2005 zurückgeführten 25 m hohen Stele (Obelisk von Axum)
Podium des Jupitertempels mit den 800-Tonnen Trilithos und den 350-Tonnen Steinen darunter 350[10] Jupitertempel von Baalbek Bausteine, sieben Baalbek (Libanon) Römisches Reich Podium des Jupitertempels, Steinlage unter den drei 800-Tonnen Trilithos
Der heute zerbrochene Große Menhir 1.350[12] Großer Menhir Megalith Locmariaquer (Frankreich) Megalithkultur Im 5. Jahrtausend v. Chr. errichtet
Sacsayhuamán > 200 Sacsayhuamán Baustein Cuzco (Peru) Inka Mauer in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut, der größte Stein ist 9 m hoch, 5 m breit, 4 m dick und wurde 20 km über Land transportiert

Kranbewegte Monolithen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Liste führt Monolithen auf, die über Land und ggf. auch zu Wasser befördert und an ihrem Bestimmungsort mit Kränen in ihre Schlussposition gebracht wurden.

Aufgerichtete Monolithen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monolithen, von denen man weiß oder vermutet, dass sie von Kränen in eine aufrechte Stellung gezogen wurden.

Bild Masse
in t
Name/Stätte Typ Ort Erbauer Bemerkung
Alexandersäule auf Palastplatz 600 Alexandersäule Säulenschaft St. Petersburg (Russland) Russisches Kaiserreich 1834 aufgestellt
Vatikan-Obelisk 361[13] Vatikan-Obelisk Obelisk Rom (Italien) Papst Sixtus V.[A 1] Reloziert und aufgestellt von Domenico Fontana 1586
Pompeiussäule 285[14] Pompeiussäule Säulenschaft Alexandria (Ägypten) Römisches Reich 297 n. Chr. errichtet

Emporgehievte Monolithen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monolithen, von denen man weiß oder vermutet, dass sie mit Kränen vom Boden frei in die Höhe gehievt wurden.

Bild Masse
in t
Höhe
in m
Name/Stätte Typ Ort Erbauer Bemerkung
Mausoleum des Theoderich 230[15] Mausoleum des Theoderich Kuppeldach Ravenna (Italien) Ostgotenreich
108[16] 19 Jupitertempel Gesimsblock Baalbek (Libanon) Römisches Reich
163[16] 19 Jupitertempel Architrav-Friesblock Baalbek (Libanon) Römisches Reich
Oberes Ende der Trajanssäule. Das Kapitell ist der auskragende, rechteckige Stein mit der Metallbrüstung, unweit der Spitze. 153,3[17] ≈34 Trajanssäule Kapitellblock Rom (Italien) Römisches Reich 113 n. Chr. geweiht

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Letztmaliger Errichter

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Coulton 1974, S. 7
  2. a b Libanesisch-deutsches Forscherteam entdeckt weltweit größten antiken Steinblock in Baalbek. Deutsches Archäologisches Institut, 21. November 2014, abgerufen am 9. Januar 2022.
  3. Ruprechtsberger 1999, S. 17
  4. Klemm & Klemm, 1993, S. 323f.
  5. Ruprechtsberger 1999, S. 15
  6. Maxfield 2001, S. 158
  7. Scaife 1953, S. 37
  8. Adam 1977, S. 42–45
  9. Schulz; Seidel 1997, S. 193
  10. a b Adam 1977, S. 52
  11. Isler 2001, S. 236f.
  12. Isler 2001, S. 236
  13. Lancaster 1999, S. 428
  14. Adam 1977, S. 50f.
  15. Heidenreich, Robert; Johannes, Heinz 1971, S. 63
  16. a b Coulton 1974, S. 19
  17. Lancaster 1999, S. 419, 426

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adam, Jean-Pierre (1977): "À propos du trilithon de Baalbek: Le transport et la mise en oeuvre des mégalithes", in: Syria, Bd. 54, Nr. 1/2, S. 31–63
  • Coulton, J. J. (1974): "Lifting in Early Greek Architecture", in: The Journal of Hellenic Studies, Bd. 94, S. 1–19
  • Heidenreich, Robert; Johannes, Heinz (1971): Das Grabmal Theoderichs zu Ravenna, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden
  • Isler, Martin (2001): "Sticks, Stones, and Shadows. Building the Egyptian Pyramids", University of Oklahoma Press, ISBN 0-8061-3342-2
  • Klemm, Rosemarie; Klemm, Dietrich D. (1993): Steine und Steinbrüche im Alten Ägypten, Springer, Berlin, ISBN 3-540-54685-5
  • Lancaster, Lynne (1999): "Building Trajan's Column", in: American Journal of Archaeology, Bd. 103, Nr. 3, S. 419–439
  • Maxfield, Valerie A. (2001): "Stone Quarrying in the Eastern Desert with Particular Reference to Mons Claudianus and Mons Porphyrites", in: Mattingly, David J.; Salmon, John (Hrsg.): Economies Beyond Agriculture in the Classical World, Leicester-Nottingham Studies in Ancient Society, Bd. 9, Routledge, London, S. 143–170, ISBN 0-415-21253-7
  • Ruprechtsberger, Erwin M. (1999): "Vom Steinbruch zum Jupitertempel von Heliopolis/Baalbek (Libanon)", in: Linzer Archäologische Forschungen, Bd. 30, S. 7–56
  • Scaife, C. H. O. (1953): "The Origin of Some Pantheon Columns", in: The Journal of Roman Studies, Bd. 43, S. 37
  • Schulz, Regine; Seidel, Matthias, Hrsg. (1997): Ägypten. Die Welt der Pharaonen, Könemann, Köln, ISBN 3-89508-541-3