Fahrzeugsegment (Kraftfahrt-Bundesamt)

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Anteil der Segmente an den Pkw-Neuzulassungen in Deutschland 2014[1]
Segment Anteil
Minis
  
7,5 %
Kleinwagen
  
15,1 %
Kompaktklasse
  
26,4 %
Mittelklasse
  
12,5 %
Obere Mittelklasse
  
4,0 %
Oberklasse
  
1,0 %
SUVs
  
9,8 %
Geländewagen
  
7,6 %
Sportwagen
  
1,2 %
Mini-Vans
  
4,8 %
Großraum-Vans
  
4,8 %
Utilities
  
4,1 %
Wohnmobile
  
0,8 %
Sonstige
  
0,4 %
Anteil der Segmente am Pkw-Bestand in Deutschland zum 1. Januar 2015[2]
Segment Anteil
Minis
  
6,6 %
Kleinwagen
  
19,9 %
Kompaktklasse
  
26,4 %
Mittelklasse
  
16,3 %
Obere Mittelklasse
  
4,8 %
Oberklasse
  
0,6 %
SUVs
  
3,4 %
Geländewagen
  
3,8 %
Sportwagen
  
1,8 %
Mini-Vans
  
4,4 %
Großraum-Vans
  
4,7 %
Utilities
  
3,5 %
Wohnmobile
  
0,9 %
Sonstige
  
2,9 %

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gliedert Personenkraftwagen mit Absprache von Lobbyorganisationen in nationale Fahrzeugsegmente ein. Ziel innerhalb dieser Statistiken ist eine bessere Vergleichbarkeit der Pkw-Modelle.[3]

Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR) bzw. dem Zulassungsdokument sind keine Merkmale enthalten, die eine automatische Segmentzuordnung ermöglichen. Die Eingruppierung der Modelle in Segmente nimmt das KBA anhand optischer, technischer und marktorientierter Merkmale vor. Sie erfolgt in enger Abstimmung mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) und dem Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK).[3]

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 21. Jahrhundert sind die nationalen Pkw-Segmente in den Statistiken zu Neuzulassungen von Personenkraftwagen nach Segmenten und Modellreihen (FZ 11) seit 1999 und zum Bestand an Personenkraftwagen nach Segmenten und Modellreihen (FZ 12) seit 2003 enthalten.[4]

In den 2014 veröffentlichten Begriffsbestimmungen zu Statistiken über Fahrzeugzulassungen gibt das Kraftfahrtbundesamt an:

„Alle Fahrzeuge werden in den Statistiken über Fahrzeugzulassungen gemäß Europäische Gemeinschaft (EG)- Klassifizierung (Richtlinie 2007/46/EG bzw. bei Krafträdern Richtlinie 2002/24/EG) bzw. nationaler Systematik nach Fahrzeugklassen ausgewiesen. Sofern eine EG-Typgenehmigung erteilt wurde, bildet die EG-Klassifizierung (z. B. M oder N) die Grundlage für die Fahrzeugeinstufung. Wurde eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine Einzelgenehmigung gemäß § 13 EG-Fahrzeug-Genehmigungsverordnung (EG-FGV) bzw. Betriebserlaubnis gemäß § 21 Straßenverkehrs-Zulassungs-Verordnung (StVZO) erteilt, kann für die Fahrzeugeinstufung die nationale Fahrzeug- und Aufbauart gemäß Verzeichnis zur Systematisierung von Kraftfahrzeugen und ihren Anhängern, aber auch die EG-Klassifi- zierung verwendet werden.“

Kraftfahrtbundesamt: Methodische Erläuterungen zu Statistiken über Fahrzeugzulassungen, Seite 4, „Begriffsbestimmungen zu Statistiken über Fahrzeugzulassungen“ (Stand: Januar 2014)[5]

Zusätzlich zu den vorgenannten Klassifizierungen nach EG-Fahrzeugklassen wurden im 21. Jahrhundert für wettbewerbsrechtliche Marktabgrenzungen (Marktanteilsberechnungen) und zum Verbraucherschutz im Vertriebs- und Werkstattwesen sogenannte Fahrzeugsegmente definiert:

  • Fahrzeugsegment (Europäische Kommission)[6]
  • Die nationalen, auf Deutschland bezogenen Fahrzeugsegmente, die das Kraftfahrtbundesamt in Absprache mit Lobbyisten des deutschen Industrie-, Handels- und Servicewesens definiert.

Die Zuordnung zu den Fahrzeugsegmenten haben nach den Erklärungen sowohl von Seiten der EU-Kommission und auch nach Erläuterung des Kraftfahrtbundesamtes keinen verbindlichen Charakter. Die vorliegenden Segmentierungen von KBA und EU sind nicht deckungsgleich. Sie kennen und nutzen keine Bezüge zu Fahrzeugen aus dem 20. Jahrhundert. Daraus ergibt sich, dass alle vorgenannten Klassifizierungen und Segmentierungen zur Einteilung von Fahrzeugklassen im 20. Jahrhundert irrelevant sind.

Abgrenzungskriterien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt keine verbindliche „Formel“ für die Zuordnung von Modellen zu Segmenten. Als Abgrenzungskriterien werden folgende Merkmale herangezogen:[4]

  • Größe (Länge, Höhe)
  • Gewicht (zulässige Gesamtmasse)
  • Motorisierung (Hubraum)
  • Leistung (Höchstgeschwindigkeit)
  • Gepäckraum (Zuladung, Variabilität)
  • Sitzplätze (Anzahl)
  • Sitzhöhe (vorn)
  • Allrad (angetriebene Achsen)
  • Heckform (Varianten)
  • Fahrzeugklasse (bei Wohnmobilen)
  • Grundpreis

Gliederung der Segmente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gliederung der Segmente ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Die Beispiele sind jeweils die drei Modellreihen mit den meisten Neuzulassungen in Deutschland in den Statistiken des KBA ab Januar 2013.[7][8]

KBA-Segmente
(ab 2013)
Beispiele
Minis VW up!, Smart Fortwo, Fiat 500/Panda
Kleinwagen VW Polo, Ford Fiesta, Opel Corsa, Seat Ibiza, Škoda Fabia, Citroën C3, Toyota Yaris
Kompaktklasse VW Golf/Jetta, Audi A3, Mercedes-Benz A-Klasse, Opel Astra, Seat Leon, Škoda Octavia, Mini Clubman
Mittelklasse VW Passat, Mercedes-Benz C-Klasse, BMW 3er, Audi A4, Opel Insignia, Škoda Superb, Tesla Model 3
Obere Mittelklasse BMW 5er, Audi A6, Mercedes-Benz E-Klasse, Volvo S90 (2016)
Oberklasse Mercedes-Benz CLS-Klasse und S-Klasse, BMW 7er, Audi A8, VW Phaeton, Tesla Model S
SUVs BMW X-Modelle, Mercedes-Benz GLK, Nissan Qashqai, Audi Q5, Porsche Cayenne, Tesla Model Y
Geländewagen VW Tiguan, Mercedes-Benz G-Klasse, Toyota Land Cruiser, Land Rover Defender, Suzuki Jimny
Sportwagen Porsche 911, Mercedes-Benz SLK-Klasse, Mercedes-Benz SLS, Nissan 350 Z
Mini-Vans Mercedes-Benz B-Klasse, Opel Meriva, Seat Altea/Leon/Toledo, VW Golf Sportsvan
Großraum-Vans VW Touran, Opel Zafira, VW Sharan, Renault Espace, Ford Galaxy
Utilities VW Transporter/Caravelle, VW Caddy, Citroën Berlingo, VW Amarok, Mercedes-Benz X-Klasse
Wohnmobile Fiat Ducato, VW Transporter/Caravelle, Mercedes-Benz Viano

Die ersten sechs Segmente sind an der Fahrzeuggröße orientiert. Bei den restlichen Segmenten steht die Verwendungsart bzw. Fahrzeugart und -aufbau im Vordergrund.[4] Zu den Geländewagen zählen alle Pkw-Modelle, sobald sie als M1G-Fahrzeug gemäß Richtlinie 2007/46/EG typgenehmigt wurden. Ohne eine entsprechende Typgenehmigung werden Pkw-Modelle mit „Offroad-Charakter“ im Segment SUVs ausgewiesen.[3] Die Eingruppierung von Modellreihen in Segmente ist oft ein Kompromiss und nicht immer eindeutig, was zu strittigen Ergebnissen führen kann. Das KBA nimmt regelmäßig Umgruppierungen von Modellen oder Änderungen an der Gliederung der Segmente vor.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neuzulassungen von Personenkraftwagen nach Segmenten und Modellreihen im Dezember 2014. (PDF) Kraftfahrt-Bundesamt, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. Februar 2017; abgerufen am 15. Mai 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kba.de
  2. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2015 gegenüber 1. Januar 2014 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). (PDF) Kraftfahrt-Bundesamt, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. Februar 2021; abgerufen am 20. Juli 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kba.de
  3. a b c Methodische Erläuterungen zu Statistiken über Fahrzeugzulassungen. (PDF; 318 kB) Kraftfahrt-Bundesamt, Januar 2014, S. 6, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 31. Mai 2014; abgerufen am 31. Mai 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kba.de
  4. a b c Fachartikel: Marken und Modelle. (PDF; 292 kB) Kraftfahrt-Bundesamt, 15. Mai 2011, S. 6, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Oktober 2014; abgerufen am 21. Juni 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kba.de
  5. Methodische Erläuterungen zu Statistiken über Fahrzeugzulassungen. (Stand: Januar 2014)Online-PDF 327 kB (Memento vom 31. Mai 2014 im Internet Archive)
  6. KRAFTFAHRZEUGVERTRIEB UND -KUNDENDIENST IN DER EUROPÄISCHEN UNION, Verordnung (EG) NR. 1400/2002 Der Kommission vom 31. Juli 2002Online-PDF 279 kB (Memento vom 31. Mai 2014 im Internet Archive)
  7. Neuzulassungen von Personenkraftwagen nach Segmenten und Modellreihen im Januar 2013. (PDF; 255 kB) Kraftfahrt-Bundesamt, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. Februar 2017; abgerufen am 15. Mai 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kba.de
  8. Neuzulassungen von Personenkraftwagen im Dezember 2016 nach Segmenten und Modellreihen (Memento des Originals vom 15. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kba.de, KBA, abgerufen am 30. Januar 2017
  9. Fahrzeugklassen und Bestseller. Übersicht und Erläuterung der Segmente. Autokiste, abgerufen am 15. November 2013.