Adenstedt (Ilsede)

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Adenstedt
Gemeinde Ilsede
Wappen von Adenstedt
Koordinaten: 52° 15′ N, 10° 10′ OKoordinaten: 52° 15′ 0″ N, 10° 10′ 0″ O
Höhe: 97 m ü. NHN
Einwohner: 1932 (1. Jul. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Eingemeindet nach: Lahstedt
Postleitzahl: 31246
Vorwahl: 05172
KarteSolschenBültenGroß BültenÖlsburgAdenstedtGadenstedtGroß LafferdeGroß IlsedeKlein IlsedeObergMünstedt
Karte
Lage von Adenstedt in Ilsede

Adenstedt ist ein westlich liegender Ortsteil der Gemeinde Ilsede im Landkreis Peine, Niedersachsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Hügelgräberfeld aus der Zeit 1200 bis 800 v. Chr. im Lah in Adenstedt weist eine sehr frühe menschliche Besiedlung dieser Gegend nach.

Das Dorf fand am 29. Juni 1282 erstmals urkundliche Erwähnung in einer zwischen Herzog Heinrich von Braunschweig und Ritter Sigfrid Schadewalt getroffenen Vereinbarung. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verfasste der Adenstedter Pastor Johannes Sanders († 1588) eine Tragödie über Johannes den Täufer.[2][3]

Am 1. Februar 1971 wurde Adenstedt gemeinsam mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Gadenstedt, Groß Lafferde, Münstedt und Oberg zur Gemeinde Lahstedt zusammengefasst.[4] Am 10. Juli 2014 beschlossen die Mitglieder des Gemeinderates den Zusammenschluss der Gemeinden Lahstedt und Ilsede. Die Fusion der Gemeinden wurde zum 1. Januar 2015 umgesetzt.[5]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Adenstedt befindet sich die evangelische St.-Briccius-Kirche (→Kultur und Sehenswürdigkeiten), zum Kirchenkreis Peine gehörend.

Die katholische St.-Thomas-Kirche wurde 1969 erbaut. 2009 erfolgte ihre Profanierung, 2010 wurde sie abgerissen. Heute befindet sich die nächstgelegene katholische Kirche im fünf Kilometer entfernten Groß Ilsede.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsratswahl 2021
Wahlbeteiligung: 61,26 %
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50
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30
20
10
0
48,5 %
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21,8 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:

Der Ortsrat, der Adensen vertritt, setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:[6]

Ortsrat 2021
   
Insgesamt 9 Sitze
  • SPD: 2
  • IGA: 3
  • CDU: 4

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister von Adenstedt ist Karsten Könnecker.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wappen von Adenstedt reitet in Rot auf goldenem Hügel ein silberner mit Schild und gesenktem Speer bewaffneter Reiter. Das Bild des Reiters hat den Reiterstein von Hornhausen als Vorlage. Für Adenstedt soll er den germanischen Göttervater Odin (oder auch Wodan) verkörpern, der in einer alten Sage auftaucht, die sich auf die prähistorischen Hügelgräber im Adenstedter Lah bezieht.[8] Eine Straße am Waldrand heißt auch „Am Odinshain“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Evangelisch-lutherische St.-Briccius-Kirche wurde 1922 nach Entwurf von Karl Mohrmann in romanisierenden Formen errichtet.
  • Das besonders geschützte Kulturdenkmal Hügelgräberfeld von ca. 1200 bis 800 v. Chr. ist über ausgewiesene Wege begehbar.

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Ilsede#Adenstedt

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Auflandeteich Groß Bülten-Adenstedt ist eine 57 ha große Teichlandschaft östlich des Ortes.
  • In einem Wäldchen an der Bültener Straße steht die Gedenkplakette an den 1910 abgeteuften Schacht Engelhardt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1894 gegründete MTV Adenstedt wurde 1935 mit der Adenstedter Spielvereinigung (gegründet 1912 als Sportverein „Eiche“) zusammengeschlossen und führt seit 1945 die Bezeichnung „Sportgemeinschaft von 1894“.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Adenstedt (Ilsede) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen in der Gemeinde Ilsede (Memento vom 3. Februar 2017 im Internet Archive), abgerufen am 12. April 2024.
  2. Ralf Böckmann: Sanders, Johannes. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 32, Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-615-5, Sp. 1217–1218.
  3. Ralf Böckmann: Theater an der Weser. Ein Werkverzeichnis zum Schauspiel im Weserraum von 1500 bis 1650. Verlag Traugott Bautz GmbH, Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-666-7, S. 238 ff., 331.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 216.
  5. Gemeinderäte stimmen für die Fusion von Ilsede und Lahstedt (Memento des Originals vom 14. Juli 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.paz-online.de. Peiner Allgemeine Zeitung, abgerufen am 11. Juli 2014
  6. Ergebnis Ortsratswahl 2021. Abgerufen am 13. Juli 2022.
  7. Ortsrat Adenstedt
  8. Arnold Rabbow: Neues braunschweigisches Wappenbuch, Braunschweig 2003, S. 144.